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Wohnmobil leihen – Wichtige Fragen und Antwo...

Wohnmobil leihen – Wichtige Fragen und Antworten

Reisen mit dem Wohnmobil ist wohl eine der freisten Arten zu reisen. Das wusste ich schon lange, schließlich bin ich als Kind häufig mit meinen Eltern im Mercedes Bulli gereist. Und später dann im Oldtimer-Wohnwagen. Ich habe das schon immer geliebt, dieses rastlose Fahren, immer neues Entdecken, immer noch mehr Sehen.
In meinem Newsletter vor der Reise hatte ich allerdings schon berichtet, dass mich eine Frage sehr beschäftigt hat: Kann ich das überhaupt, so ein riesiges Wohnmobil fahren?! Schließlich bin ich (als Kind!) immer nur mitgefahren. Aber plötzlich mit meinen 1,60m hinter dem Steuer zu sitzen, das ist schon echt ’ne ganz andere Nummer…

Ich besitze zwar seit knapp 10 Jahren einen Führerschein, bin in meinem Leben zwar gerne, aber nur wenig Auto gefahren. Sich dann einfach mal so hinter das Steuer eines Wohnmobils zu klemmen  ist vermutlich nicht gerade das einfachste, passt aber zu mir und meinem „Man wächst mit seinen Aufgaben“-Motto.

Und genau dieses Motto hat mich auch geritten, als McRent mir angeboten hat, eines ihrer Wohnmobile für 2 Wochen bei einem Roadtrip durch Spanien zu testen.

Jetzt, nach meiner ersten Reise als Wohnmobil-Fahrer kann ich die Entwarnung geben: Alles halb so wild – und mit Wohnmobil reisen ist noch viel schöner als in meiner Erinnerung! Dieser Blogpost ist also für alle, die selbst mit dem Gedanken spielen, ein Wohnmobil zu mieten, aber da noch ein paar Fragen offen haben…

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Wohnmobil leihen: Fragen vor der Reise

Wo will ich hin? Wie plane ich meine Reiseroute?

Die Planung der Reiseroute ist natürlich das, was ganz am Anfang der Reise steht. Und vor allem abhängig davon, wie viel zeit du zur Verfügung hast, wie viel du in der Zeit im Auto sitzen willst und wie viele unterschiedliche Orte du kennenlernen möchtest. Suche dir also ein Land aus (oder auch mehrere), die du auf deiner Reise kennenlernen willst. Außerdem musst du entscheiden, ob du direkt in Deutschland startest, oder ob du in dein Zielland fliegst und dir dort das Wohnmobil leihst.

Einen ersten Überblick über die Distanzen kannst du dir über Google Maps verschaffen. Wenn du direkt Alternativen sehen möchtest, dann ist der Routenplaner von Michelin super praktisch, weil alternative Routen verglichen werden und direkt auch die Kosten (Benzin und Maut) berechnet werden. Wenn du zum ersten Mal mit dem Wohnmobil unterwegs bist, dann überleg dir genau, ob du dir das Fahren in einer größeren Stadt oder über Bergpisten zumutest.

Wo kann ich mir ein Wohnmobil leihen und wie groß sollte es sein?

Hast du deine Route bestimmt, geht es darum, einen Wohnmobilanbieter zu finden. Wir haben unsere Wohnmobil bei McRent geliehen. Hier kann zwischen verschiedenen Kategorien gewählt werden, von „Compact Standard“ bis „Premium Luxury“ ist hier für jede Größe und jeden Anspruch etwas dabei. Die Größe hängt vor allem von der Zahl der Mitreisenden ab. Man unterscheidet im Wohnmobil ja zwischen Sitzplätzen und Schlafplätzen. Wir hatten beispielsweise 4 Sitzplätze, aber nur 2 Schlafplätze. In vielen Wohnmobilen gibt es allerdings noch die Möglichkeit, die Sitzecke in ein Bett umzuklappen. Da kommt es ganz auf das Modell an. Wer mit Hund verreist, der sollte noch ein bisschen Extraplatz einplanen. Das war bei uns auch tatsächlich der einzige Minuspunkt, der Hund hatte keinen wirklich Rückzugsort, die Ecke unter dem Tisch war zu klein, aber eigentlich liegt er ja auch eh am liebsten mitten im Weg rum.

Führerschein – Darf ich ein Wohnmobil überhaupt fahren?

Für die meisten Wohnmobile ist die Führerscheinklasse B ausreichend. Dabei darf das Fahrzeug allerdings das Gesamtgewicht von 3,5t nicht überschreiten. Einen hilfreichen Artikel findest du dazu auch nochmal hier. Im Zweifelsfall vor der Buchung nochmal direkt beim Vermieter nachfragen.

Ausstattung des Wohnmobils: Was ist im Wohnmobil alles vorhanden? Was sollte ich mitnehmen?

Beim Wohnmobilverleih sind häufig ein paar Extras zusätzlich buchbar. Das ist vor allem wichtig, wenn man nicht in Deutschland losfährt, sondern ins Ausland fliegt und den Wagen von dort aus übernimmt. Denn wer hat schon die Möglichkeit eine komplette Campingausstattung mit Klappstühlen, Campingtisch etc. im Flieger mitzunehmen?

Wir haben folgende Extras dazu gebucht: Bettwäsche, Handtücher, Campingset (bestehend aus Campingstühlen & -tisch) und eine komplette Geschirr und Kochausstattung. Das Beste war die Thermoskanne, die wir morgens schön mit frischem Kaffee befüllt haben und so wunderbar an den schönsten Viewpoints anhalten konnten um eine Kaffeepause zu machen.

Budgetplanung: Was kostet eine Reise mit dem Wohnmobil?

Um euch eine Übersicht zu geben, hier eine grobe Kostenkalkulation für 2 Personen, 1 Hund und 11 Tage im Wohnmobil:

  • Kosten Wohnmobil/ Tag: 82 € x 11 = 902 €
  • Spritkosten: ca. 280 € (bei ca. 2500 gefahrenen Kilometern)
  • Campingplatz/Nacht: ca. 25 €/Nacht (Nebensaison!); wir haben allerdings nur 6 Nächte auf einem Campingplatz geschlafen, und insgesamt ca. 170 € dafür ausgegeben
  • Sonstige Kosten: Essen, Trinken und alles weitere: ca. 50 €/Tag (geht aber auch günstiger)
  • Flugkosten: Norwegian Airlines: ca. 420 € Berlin – Barcelona, 2 Personen, 1 Hund

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Wohnmobil leihen: Fragen während der Reise

Übergabe des Wohnmobils: Worauf muss ich achten?

1. Alle Schäden dokumentieren

Bei der Übergabe solltest unbedingt und auf jeden Fall jeden Schaden dokumentieren. Am besten gemeinsam mit dem Verleiher in einem Übergabeformular und möglichst sogar mit Fotos. So vermeidest du nachher für Schäden zu bezahlen, die du möglicherweise gar nicht verursacht hast.

2. Funktionen des Wohnmobils

Der Verleiher erklärt dir bei der Übergabe die verschiedenen Funktionen und wie man alles überprüft: Frisch- und Abwassertanks, Stromversorgung über Batterie und Elektrizität, Gasflaschen und Küche, Chemieklo usw. Wenn du (wie ich) ein Wohnmobil-Frischling wie ich bist, dann raucht dir danach erstmal der Kopf. Aber keine Panik, es gibt ausführliche Anleitungen und Erklärungen in fast allen Sprachen als Booklet in einer Mappe, sodass man immer mal wieder nachlesen kann. Bei Fragen (egal wie doof die Frage ist) würde ich auf jeden Fall aber dennoch lieber 2x beim Vermieter nachfragen.

Wie fährt sich so ein Wohnmobil?

Zuerst die Entwarnung: Wirklich einfach! Ich hätte es ja nicht gedacht, aber selbst mit wenig Fahrpraxis kann man so ein Ding relativ problemlos fahren. Eigentlich fühlt es sich an, als wenn man einfach ein etwas größeres Auto fährt. Nur in Städten mit engen Gassen muss man gucken, dass man auch um die Ecke kommt, ohne eine Laterne umzunieten. Selbst das Einparken (zum Beispiel auf einem Stellplatz) war wirklich nicht schwer. Wenn selbst ich, ohne viel Fahrpraxis und mit den absolut schlechtesten Einparkfähigkeiten sowas hinbekommt, dann schaffst du das auch!

 

Was geht mit dem Wohnmobil, und was geht nicht? Wo hat man Einschränkungen?

Vorteile – Was geht gut?

  • Man reist sehr bequem und komfortabel
  • Man kann trotz der Größe ganz gut relativ schnell fahren (wir sind so um die 110 – 120 km/h gefahren, schneller darf man in Spanien ja eh nicht fahren)
  • Selbst kurvige Straßen bergauf gingen ziemlich gut (z.B. in der Sierra Nevada auf 2750 m)

Nachteile – Was geht nicht so gut?

  • bei unebenen Straßen ohne Asphalt und Schlaglöchern wird es dann ab ’ner bestimmten Grenze langsam kritisch. Vor allem, weil das gesamte Geschirr trotz Abpolsterung durch Handtücher im Schrank durch die Gegend scheppert. Für Achsen und Co ist das sicherlich auch nicht so der Knaller.
  • in Städten ist es schwer einen Parkplatz zu finden, immerhin hat das Wohnmobil eine Länge von fast 7 Metern und ist somit deutlich größer als die meisten Parklücken oder Parkplätze.

Wer also etwas eher extremere Strecken über unebenes Gelände oder viele Städte auf seiner Route hat, dem würde ich eher zu einem kleineren Modell oder einem Auto mit Zelt raten.

Campingplatz oder Wildcamping? Wo kann ich übernachten?

Wildcamping ist in einigen Ländern verboten und wird je nach Saison mal mehr, und mal weniger stark sanktioniert. Auch in Spanien ist Wildcamping offiziell verboten. In der Nebensaison scheint das aber absolut niemanden zu stören, und manche Camper stehen tage- oder sogar wochenlang direkt am Meer, ohne das es jemanden stört. Wenn man weite Strecken fährt, kann man zwischendurch auch mal eine Nacht auf einem Rastplatz schlafen.

Strom im Wohnmobil: Wie funktioniert die Versorgung mit Strom und wie ohne?

Ist man (via Kabel) an das Stromnetz angeschlossen, bekommt man über die Steckdosen im Wohnmobil „ganz normalen“ 230 Volt Strom, man kann also alle Ladegeräte ganz normal aufladen und auch der Kühlschrank läuft dann über Strom. Ohne Stromanschluss läuft alles über Batterie (12 Volt).

Wie funktioniert das mit der Frisch- und Abwasser?

Im Wohnmobil sind ein Frischwasser- und ein Abwassertank integriert. Beide umfassen so um die 100 Liter (zumindest im Dethleffs Globebus T8). Damit kommt man erstmal einige Tage gut klar. Über eine Anzeige im Bus kann man den Wasserstand beider Tanks jederzeit überprüfen. Ist das Frischwasser leer, kann man es an Campingplätzen, Rastplätzen und den meisten Tankstellen mit einem Schlauch wieder auffüllen. Ist der Abwassertank voll, kann man ihn an dafür vorgesehenen Plätzen (ebenfalls Tankstelle oder Campingplatz) entleeren. Dafür schraubt man mit einem Schlüssel den Tank auf und dann läuft das Wasser ein paar Minuten lang raus.

Was ist mit der Versorgung für Küche und Heizung?

Gekocht wird im Wohnmobil über Gas, wie auch sonst beim Camping. Bei unserem Wohnmobil waren hinten 2 Gasflaschen „im Kofferraum“. Die halten zum einen ewig, und zum anderen kann man die im Fall der Fälle auch an einer Tankstelle neu kaufen.

Wie läuft das mit dem Chemieklo?

Tja, das ist der wirklich nicht so der schönste Part am Leben im Wohnmobil: das Chemieklo auskippen. Ist das Chemieklo voll, geht eine Leuchte im Badezimmer an und man sollte das Klo bei nächster Gelegenheit an der (dafür vorgesehenen) Stelle am Campingplatz auskippen. Dann spült man mit ein wenig Wasser durch und schmeißt so ein Chemietab rein. Und hofft, dass sich das Ding nicht wieder so schnell füllt…

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Wohnmobil leihen: Nach der Reise

Rückgabe: Worauf achte ich bei der Rückgabe des Wohnmobils?

Im Normalfall gibst du das Fahrzeug vollgetankt zurück. Auch der Wassertank sollte voll sein. Bei uns war es übrigens egal, ob die Gasflaschen voll oder leer sind, aber das ist vermutlich bei jedem Verleiher anders. Ansonsten werden eventuell neue Schäden protokolliert und dementsprechend entscheidet sich, ob du die Kaution komplett wiederbekommst.

Fazit:

Unsere Reise im Wohnmobil war absolut herrlich und wir wollten es am Ende am liebsten gar nicht mehr hergeben. Meine anfängliche Skepsis, ob ich ein fast 7m langem Wohnmobil fahren kann, war nach ca. 1/2 Stunde fahren verflogen. Alle, die Lust auf einen spätsommerlichen Roadtrip haben, denen kann ich Spanien in der Nebensaison nur wärmstens empfehlen, denn Strände und Campingplätze sind günstiger und angenehm leer. Auch das Wildcamping ist in der Nebensaison weitaus einfacher (und sogar am Meer möglich), als in der Hauptsaison.

 

Hast du noch Fragen zum Mieten eines Wohnmobils? Dann freue ich mich auf deinen Kommentar.

 


 

Das Wohnmobil wurde uns freundlicherweise von McRent gesponsert. Vielen Dank dafür! Meine Meinung bleibt davon aber natürlich unberührt. 


 


Hola, ich bin Anne und liebe das unterwegs-und-draußen sein. In diesem Sommer tauschen wir unsere Wohnung gegen einen Van und reisen quer durch Europa. Vamos!

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  1. Gregório Jones

    22. November 2015

    Liebe Anne, mich als Langzeit-Nicht-Autofahrer würde so ein riesiges Gefährt tatsächlich sehr einschüchtern. Fahrten durch enge Straßen?! Anfahren am Berg?! Einparken?! Hilfe!!! :-) Auf der anderen Seite motiviert dein Man-wächst-an-seinen-Aufgaben-Motto. Und wer weiß, vielleicht traue ich mir irgendwann auch dieses Stück Freiheit zu. Den perfekten Guide habe ich dank dir und diesem Artikel ja schon. :-)

    • Anne

      22. November 2015

      Hey Gregório,
      si claro, das kriegst du auch hin! Ist wirklich fast wie normales Autofahren. Nur bei den engen Kurven wäre ich vorsichtig ;-) Solange du Innenstädte meidest ist das wirklich kein Problem. Am Ende habe ich fast auf der Stelle mit dem Dinge gewendet (in einer winzig kleinen Lücke auf dem letzten Campingplatz) und es hat auch funktioniert. ;-)
      Liebe Grüße

  2. Claudia

    22. November 2015

    Hallo Anne,
    wir leben bereits seit über 2 Jahren im Wohnmobil und ich kann aus Erfahrung sagen, dass so manche Kosten auch problemlos niedriger ausfallen können ;-)
    Liebe Grüsse

    • Anne

      22. November 2015

      Hallo Claudia,

      ja, das glaube ich dir. Es geht sicherlich noch sehr viel günstiger, vor allem, wenn man die persönlichen Kosten für Essen & Co reduziert.

      Viele Grüße
      Anne

  3. Nord-Peru Reisen

    4. Dezember 2015

    Wir waren 2012 und 2013 für ein Jahr lang mit dem Wohnmobil in den USA unterwegs. Es war einfach herrlich, zu viert in unseren 14 m2 hat uns gut zusammengeschweisst und wir haben so viel gemeinsam erlebt. Irgendwann haben wir auf jedenfall wieder ein Wohnmobil !

  4. Kerstin

    5. Oktober 2016

    Danke für die Tipps. Ich spiel auch mit den Gedanken, ein Wohnmobil zu leihen. Fand ich bisher aber immer zu teuer. Aber es scheint sich ja zu lohnen.

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