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Winterwandern in der Sächsischen Schweiz: 7 Tipps ...

Winterwandern in der Sächsischen Schweiz: 7 Tipps für einen Natur-Kurztrip

Seit 4 Jahren wohnen wir nun in Berlin, und im Allgemeinen besteht der Winter dort ja nur aus den obligatorischen 2cm Matsch-Schnee und zugigen U-Bahn-Schächten. Zeit, um endlich mal wieder raus zukommen und endlich mal wieder ein bisschen Wald, und Schnee und wilde Natur. Wir waren für ein Wochenende im winterlichen Elbsandsteingebirge um dort um zu testen wie das mit dem Winterwandern in der Sächsischen Schweiz so läuft.

Die Sächsische Schweiz ist der deutsche Teil des Elbsandsteingebirges, liegt südöstlich von Dresden und grenzt an Tschechien. Mitten hindurch fließt die Elbe und windet sich vorbei an den bizarren Felsformationen und die Landschaft zählt zweifelsohne zu den landschaftlich schönsten und sehenswertesten Gebieten Deutschlands. Da man in der sächsischen Schweiz kein Ski fahren kann, macht der Tourismus im ganzen Gebiet einen Winterschlaf und blüht erst zum Frühling wieder so richtig auf.

Dennoch sind wir der Meinung, dass sich ein Besuch auch im Winter lohnt! Denn in der kalten Jahreszeit wartet dort ein richtiges Winter-Wonderland! Weiße Wälder und schneebedeckte Dörfer laden gleichermaßen ein zum Entspannen und zum aktiven Winterwandern in der Sächsischen Schweiz. Was man bei so einem Natur-Wochenende im Elbsandsteingebirge alles erleben kann? Hier erfahrt ihr unsere persönlichen Tipps und Empfehlungen.

Winterwanderung von Rathen zur Bastei

Das Highlight der Sächsischen Schweiz ist und bleibt die Basteibrücke der Felsenburg Rathen. 

Zur Bastei gelangt man über die Stadt Rathen (ca. 30km von Dresden entfernt). Wer mit dem Auto anreist, parkt am Besten auf dem Parkplatz an der Elbe (Tageskarte 4€) und setzt dann mit der Fähre über (1,60€ p.P. Hin- und zurück). Die Wanderung beginnt am Hafen und es geht ein Stückchen durch den Ort Rathen, vorbei an Restaurants und einigen Souvenirgeschäften. Hinter uns laufen Spanier, vor uns Japaner – ja, auch im Winter zieht es hier viele internationale Touristen hin.

Am Gasthof „Sonniges Eck“ weist ein Schild nach links und der Weg führt aus dem Örtchen raus und auf den Wanderweg. Im Sommer ist der kurze Aufstieg zur Bastei übrigens in knapp 30 Minuten zu machen. Doch im Winter sieht das Ganze ein bisschen anders aus: Eingeeiste Stufen, glatte Wege und jede Menge tiefer Schnee verlangsamen den Aufstieg, der sich zunehmend eher wie Klettern anfühlt. Einen tollen Weitblick über die winterliche Elbe und die Landschaft hat man übrigens auch am Tiedgestein (Rosenbettfels). Langsam hangeln wir uns am Geländer nach oben bis wir nach ca. 1 Stunde oben ankommen. Der Ausblick über die eingeschneite Bastei und die wilden Felsen scheint wie aus dem Märchen und die eingeeisten Hürden des Aufstiegs ist dieser Anblick alle Male wert!

Dauer der Wanderung: ca. 1 Stunde bis nach oben (bei Schnee und Glatteis)

Länge: 3-4 km, Höhenunterschied: 200 m

Das Winterdorf Schmilka

Ein guter Ausgangspunkt für die Erkundung zahlreicher Wanderwege ist das kleine Dörfchen Schmilka, direkt an der Grenze zu Tschechien. Der bekannte Malerweg, einer der schönsten Wanderwege Deutschlands führt mitten durch den Ortskern und an der alten Mühle vorbei.

Diesen Winter hat sich das Bio- und Nationalpark Refugium etwas ganz Besonderes für seine Gäste einfallen lassen: Das 1. Winterdorf Schmilka. Rund um die alte, historische Mühle ist eine richtige kleine Wohlfühl-Oase entstanden. Besucher haben hier die Möglichkeit die Seele baumeln zu lassen, ganz egal ob für einen kurzen Wanderstopp beim Glühweinplausch im Mühlenhof oder direkt für eine ganze Woche inklusive aller Leistungen. Wir haben das gesamte Wochenende im gemütlichen Schmilka verbracht und konnten die sogenannten Rituale und das großartige Bio-Essen selbst testen (aber dazu später mehr). In Schmilka braucht man bloß aus dem Hotel heraus zu stolpern und steht schon auf dem Malerweg, absolut ideal für alle, die eine aktive Winterwanderung durch die Natur machen möchten.

Farbenfrohe Häuser in Schmilka

Der Mühlenhof in Schmilka ist geschmückt mit Holzfiguren und sternförmigen Lampen

Blick in den Mühlenhof

Winterwandern auf dem Malerweg durch das Elbsandsteingebirge

Der Malerweg zählt zu den schönsten Wanderwegen Deutschlands. Den Namen hat sich der Wanderweg verdient, weil seine beeindruckende Landschaft einst Maler, Literaten und andere Künstler inspirierte. Der Malerweg ist insgesamt 112 km lang und in 8 Tagesetappen durchquert man somit die bizarre Felsenwelt und die tiefen Wälder. 

Auch im Winter ist es möglich den Malerweg zu laufen – das wollten wir genauer wissen und haben uns in unserer wärmsten Kleidung und schneefesten Wanderschuhen auf den Weg gemacht um einige Teilstrecken des Wanderwegs kennenzulernen.

Die Wanderrouten sind insgesamt sehr gut ausgeschildert und es warten auf den verschiedenen Etappen zahlreiche Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten.

An zwei Tagen haben wir verschiedene Etappen des Wanderwegs getestet und sind von Schmilka aus auf den 700 Meter hohen großen Winterberg gewandert. Die Wanderung dauert normalerweise ca. 1 1/2 Stunden von Schmilka über die Kipphornaussicht bis nach oben. Im Winter sollte man jedoch ruhig noch eine halbe bis Stunde mehr einplanen, da die Wege und Stiege teilweise sehr verschneit sind.Außerdem sollte man bei einer Tageswanderung im Winter mit einplanen, dass es ab 4 Uhr nachmittags langsam dunkel wird. Und die Strecke will man im Winter wirklich nicht im Dunkeln laufen. Wir hatten an diesem Tag leider Pech mit dem Wetter, grauer Himmel und ein eiskalter, starker Wind machten einen Ausblick vom Kipphornsteig fast unmöglich. 

Dauer der Wanderung: ca. 4 Stunden, weil die Wege sehr verschneit waren

Länge: 10 km, Höhenunterschied: 430 m

Auf zum großen Winterberg!

 

Glühwein trinken im Mühlenhof

Nach dem kalten Wind und dem vielen Schnee gibt es wohl nichts besseres, als sich bei einem heißen Glühwein am Feuer wieder aufzuwärmen. Im gemütlichen Mühlenhof durften wir am gusseisernen Ofen am Lagerfeuer sitzen, unter die Decken kuscheln und leckeren Glühwein trinken. Die Atmosphäre im Dorf ist einfach urgemütlich, denn überall hängen leuchtende Sternlichter, stehen Kerzen und es läuft entspannte Musik im Hintergrund. Irgendwie ein bisschen wie Weihnachtsmarkt – aber ohne Kitsch.

Jeden Freitag findet hier ein großes Bio-BBQ statt, gegessen werden kann übrigens auch in der schönen, hell eingerichteten Mühlenstube mit Blick auf den Mühlenhof.

Im Sommer ist der romantische Mühlenhof übrigens ein Biergarten und es gibt sogar regelmäßig Live-Musik, und das direkt am Malerweg!

Die Mühle ist übrigens immer noch in Takt und hier wird unter höchsten Bio-Standards regelmäßig Mehl gemahlen. Dabei kann man auch zuschauen. In der Bio-Bäckerei wird laufend das Mehl zu köstlichen Brötchen gebacken, die man entweder beim Frühstück am leckeren Frühstücksbuffet oder aber zwischendurch in der Bäckerei probieren kann.

Mühle & Bäckerei Schmilka | Schmilka 36, 01814 Bad Schandau

 

In Schmilkas Gassen duftet es permanent nach frischem Brot …

… und hier sieht man auch, warum ;)

Stärkung mit Blick auf die Elbe im Café Richter

Ebenfalls absolut zu empfehlen nach einer langen Wanderung sind die heiße Schokolade und die große Kuchenauswahl im Café Richter, direkt an der Elbe. Das Café ist gleichzeitig Konditorei und liegt im unteren Geschoss der Villa Tusnelda, welche in den oberen Etagen 2 luxuriöse Apartments an Gäste vermietet.

Mit Blick auf die winterliche Elbe kann man hier Energie tanken oder den Tag gemütlich ausklingen lassen. Übrigens ist auch hier alles bio und es gibt eine gute, vegane Auswahl. Mein persönlicher Tipp: Die Apfel-Sahne-Torte. 

Café Richter | Schmilka 24, 01814 Bad Schandau

Im Café Richter

Heiße Schokolade + Apfeltorte = Happy

Unser Hotel Tipp für die sächsische Schweiz: Das Hotel Zur Mühle

Für uns ist sind die vielen liebevoll eingerichteten Zimmer ein Highlight in Schmilka.

Nach den schweren Elbehochwassern von 2002 und 2013 wurde der touristische Mittelpunkt von der Elbe weiter nach oben verlagert rund um den Mühlenhof. Das Hotel Zur Mühle wurde baubiologisch saniert und bietet nun 6 liebevoll eingerichtete Zimmer.

Wir haben in den letzten Jahren in vielen wirklich tollen Hotels übernachten dürfen, aber dieses kleine Hotel hat uns wirklich schwer beeindruckt: Schon beim Eintreten riecht man den Duft der naturbelassenen Holzmöbel und -böden. Diese werden nur geseift und im gesamten Hotel wurde auf Lacke und chemische Farben verzichtet. Geheizt wird über eine Lehm-Wandschalenheizung, die Zimmer sind elektrosmogreduziert. Dementsprechend findet man dort auch kein Wifi und auch sonst ist es eher schwierig mit dem Handynetz – ideal um ein Wochenende einfach mal komplett abzuschalten.

Weitere Unterkünfte, von Hotel über Ferienwohnung bis zum Luxusapartment in Schmilka findet ihr übrigens hier.

Morgens gibt es ein riesiges, ausgewogenes Frühstücksbuffet mit vielen Optionen für Veganer und abends ein leckeres 4-Gänge-Menü – natürlich komplett bio und lokal produziert.

Das Bier kommt übrigens aus der eigenen Brauerei – und wie könnte es auch anders sein, natürlich ist auch das zu 100 % Bio! Schmilka-Urlauber können die Brauer kostenlos bei einer der regelmäßigen Führungen besichtigen.

Hotel Zur Mühle | Schmilka 36, 01814 Bad Schandau

Brauerei Schmilka | Schmilka 11, 01796 Bad Schandau

 

In den Zimmern wird komplett auf Lacke verzichtet. Es gibt keine Tapeten, sondern es wird direkt auf die Lehmwände gemalt.

In Schmilka wird das Bier nach höchsten Bio-Standards gebraut.

Die Seele baumeln lassen im Badehaus Schmilka

Teil des Winterdorfs ist ebenfalls die Panorama-Sauna mit Blick über Schmilka und den Mühlenhof.  Stündlich ruft hier der Bademeister zum Kräuteraufguss, entspannt werden kann im gemütlichen Ruheraum oder auf der Veranda in der Hängematte (im Winter wohl eher nicht so ratsam…).

Ein weiteres Highlight sind die sogenannten großen Badezuber, hölzerne Badewannen im Innenhof der Mühle. Hier kann man ein heißes, dampfendes Bad nehmen – selbst bei eisigen Außentemperaturen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie entspannt und zufrieden ich nach Glühwein + Sauna + Badezuber + 4-Gänge-Bio-Essen in mein Bett gefallen bin.

Die Badezuber stehen im Mühlenhof und sind Teil des Wellness-Konzepts

Von der Panorama-Sauna ab in die Hängematte – zumindest im Sommer eine gute Idee ;-)

Fazit: Lohnt sich ein Besuch der sächsischen Schweiz im Winter?

Von uns gibt es ein klares JA! Natürlich muss man Abstriche machen, was die Wanderungen und Wege angeht. Diese sind im restlichen Jahr sicherlich einfacher zu laufen. Wer jedoch eine aktive Wanderung durch eine winterliche, eingeschneite Natur machen möchte und dies mit Entspannung, Gelassenheit und Wellness ergänzen möchte, der ist im Winter in der sächsischen Schweiz genau richtig.

Auf Facebook hatten wir es ja bereits angekündigt, das Winterdorf Schmilka ist ein ganz besonderer Ort und von uns eine klare Empfehlung, wenn man eine authentische und einzigartige Unterkunft mit innovativen Konzept sucht. Jeder einzelne Mitarbeiter gibt sich hier eine große Mühe, dass sich die Gäste willkommen fühlen und sich einfach nur entspannen.

Wir sind uns sicher, wir kommen wieder und schauen uns Schmilka und die Natur im Elbsandsteingebirge auch bald mal im Sommer an.

 


Vielen Dank an das Winterdorf Schmilka für die Einladung und das schöne Wochenende in der Sächsischen Schweiz. Unsere Meinung bleibt davon unberührt und ist wie immer unsere eigene. 


Hola, ich bin Anne und liebe das unterwegs-und-draußen sein. In diesem Sommer tauschen wir unsere Wohnung gegen einen Van und reisen quer durch Europa. Vamos!

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  1. Tim

    24. März 2017

    Hey Anne,
    Ich war mal im Sommer dort. Echt ein schönes Eckchen!

    LG

    Tim

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