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Rototom Sunsplash Festival in Spanien – der Surviv...

Rototom Sunsplash Festival in Spanien – der Survival Guide

Hast du schon mal drüber nachgedacht einen Festival-Urlaub zu machen?

Morgens als erstes eine Runde im Meer schwimmen gehen und ein bisschen am Strand liegen. Lecker Frühstücken, in Ruhe einen Kaffee trinken und schön duschen können? … Und dann Abend für Abend auf tolle Konzerte gehen, tanzen und nette Leute kennenlernen? Klingt gut? 

Dann ist das Rototom Sunsplash Festival genau das Richtige für dich!

Aber von vorne. Seit ich 15 bin turne ich eigentlich regelmäßig auf irgendwelchen Festivals rum. Musikrichtungsmäßig habe ich da eigentlich relativ viel durch. Außer vielleicht das WACKEN Open Air (ein Metal-Festival), da würde mich echt nichtmal jemand für Geld hinkriegen. 

Irgendwie sind Festivals immer so eine kleine Flucht aus der Realität. Man beschäftigt sich den ganzen lieben langen Tag eigentlich nur damit mit Freunden zusammen zusitzen, Musik zu hören, zu trinken und damit, wann man die nächste Dose Ravioli auf dem Gaskocher heiß macht. Das wars. Kein Laptop. Kein Internet. Kein Job. Keine Uni. Die einzige Sorge die man so hat, ist, wie man den Rum mit Cola am besten im Tetrapack an den Security-Leuten vorbeischmuggelt. 

Nach 3 Tagen ist aber meistens so ein Limit erreicht. Da will man mal wieder auf ein richtiges Klo, sich gerne richtig duschen und vielleicht nicht zuerst über den Müll stolpern, wenn man aus dem Zelt krabbelt. 

Das Rototom Sunsplash dauert allerdings 8 Tage. Wie man das überlebt, und mit welchen einfachen Tricks man sich daraus die perfekte Kombination aus Urlaub und Festival bastelt, liest du in diesem Rototom Sunsplash Survival Guide. 

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Was ist das Rototom Sunsplash?

Das Rototom Sunsplash Festival ist eines der größten internationalen Reggaefestivals in Europa, das jedes Jahr im August in Benicassim, Spanien stattfindet. Hier gibt es 8 Tage lang endlos Musik, Spaß und Nächte voller Reggae, Ska, Dub und Dancehall. 

Highlights des Rototom:

  • 8 Tage Festivalpower mit unterschiedlichen Stilen rund um Reggaemusic und Artists wie Busy Signal, Inner Circle, Shaggy, Alpha Blondy oder Lauryn Hill
  • die Kombination aus Urlaub, Strand und guter Musik
  • Verschiedene Aftershow Areas (Ska, Dub, Dancehall, …)
  • geiles Essen (aber dazu später mehr)
  • Workshops (Yoga, Meditation, African-Dance-Classes, Dancehall-Classes, Lachtherapie, Bauchtanz, Percussion uvm.)
  • Social-Forum mit Diskussionen und Vorträgen zu sozialen Themen wie Grundeinkommen, Nachhaltigkeit, der Abschottung Europas vom Rest der Welt, Migration und Umwelt
  • Reggae-University mit Filmen, Vorträgen und Diskussionen zur Geschichte des Reggae, der Bewegung der Rastafaris, Leben in Jamaica und dem Verhältnis von Afrika und dem Rest der Welt
  • Non-Profit Bereich: Stände von verschiedenen NGOs zu unterschiedlichsten Themen

Wo und wann findet das Rototom Sunsplash statt?

Mitte bis Ende August in Benicassim, an der spanischen Küste (nahe Valencia).

Was kostet das Ticket?

Im Presale (wir haben bereits im Dezember unsere Tickets gekauft) kosten die Tickets ca. 140 €/Person. Vor Ort zahlt man ca. 200 €/Person.

Und wie läuft das ab?

Das Festivalgelände öffnet von 16 bis 9 Uhr am nächsten Morgen. Während dieser Zeit kann man sich an verschiedenen Aktivitäten austoben, lecker essen oder sich das bunte Treiben einfach nur anschauen während man zum Beispiel einen leckeren Tee in der Chill-Out-Area trinkt.
Ab 21 Uhr gehts los mit den Konzerten. Bis zu 4 Artist spielen an einem Abend, die Konzerte gehen bis ca. 2 oder 3 Uhr morgens. Wer dann noch nicht genug hat, kann in einer der After-Show-Areas Party machen. Auswahl gibt’s definitiv genug. 

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Vorbereitung

Wie hinkommen?

Am besten mit Ryanair. Von Düsseldorf/Weeze fliegt man schon ab 25,99 € pro Strecke/Person nach Valencia. Von Valencia bis Benicassim sind es noch ca. 1 1/2 Stunden mit dem Zug (Kosten ca 7 Euro/Person).

Wo übernachten?

Definitiv nicht auf dem Rototom Campingplatz, sonst hat man nämlich schnell das Problem, was ich oben beschrieben habe. Außerdem soll es dort extrem heiß sein und kaum Schatten geben (halt Spanien im August auf einem Staubfeld bei ca. 40°C im Schatten…).

Viel schöner übernachtet man da auf dem Camping Florida, nur 2 Blocks vom Strand entfernt. 

Hier schlägt man sein Zelt schön im Schatten auf, spannt seine Hängematte zwischen den Bäumen, und genießt alle Vorzüge, die so ein Campingplatz halt bietet: Pool, kleines Restaurant, Getränkeautomat, richtige Duschen und Klos, und sehr nette Nachbarn. Plus: Die Campingplatz ist ein Familienbetrieb.  Der Chef vom Dienst, Rubén, ist eine echte Persönlichkeit, der sich gerne mal zu den Campern dazugesellt, ein Bierchen mittrinkt und abends auch auf die Konzerte geht. 

So kombiniert man entspannten Campingurlaub mit Festivalfeeling.

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Was mitnehmen?

Was man alles mitnehmen sollte bei so einem Trip habe ich auf meiner ultimativen Festival-und Camping-Packliste ausführlich beschrieben.

Auf dem Rototom Sunsplash Festival

Was kann man alles machen?

Die Frage ist wohl eher, was kann man nicht machen. Die Auswahl ist einfach RIESIG.

Tagsüber geht man am Besten zuerst mal zum Infopoint und holt sich den Tagesplan mit allen Aktivitäten und Workshops die an dem Tag angeboten werden. Dann schlendert man los, vorbei an den Ständen mit Krimskrams, Schmuck und Klamotten und hin zum African Village. Dort gibt’s nicht nur lecker Essen und Smoothies, sondern auch African Dance Classes und Percussion Workshops. Hier gibt’s auch manchmal merkwürdige Impro-Theaterperformance á la „Is’ das Kunst oder kann das weg“, lustig anzugucken ist’s auf jeden Fall. Danach legt man sich am Besten eine Runde unter das bunte Zirkus Dach und entspannt ein bisschen im Schatten. Energie tanken geht auch gut bei „Vivir la Energía“ („die Energie leben“), wo viele Workshops zum Thema… richtig, Energie, angeboten werden. Also Yoga, Meditation aber auch Tänze und Lachtherapie (funktioniert!). 

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African Dance Class im African Village

African Dance Class im African Village

Nachts um 23 Uhr ist gut lachen – bei der Risaterapia (Lachtherapie)

Nachts um 23 Uhr ist gut lachen – bei der Risaterapia (Lachtherapie)

Nicht nur süß zum angucken sondern sogar zum selber spielen ist die Kinderecke „Mundo mágico“ („Magische Welt“). Hier gibt’s jede Menge cooles Holzspielzeug, viel Spielkram zum rumgaukeln wie Diabolos und Instrumente für Kids. In den Bäumen hängen kleine buntem selbstgebastelte Schmetterlinge aus Pappe, ach und apropos Bäume: Die sind überall auf dem Festivalgelände bunt umhäkelt, so eine coole Sache!

Mundo mágico – ein riesen Bereich nur für Kids

Mundo mágico – ein riesen Bereich nur für Kids

Wer weniger Action und mehr gucken möchte, der sollte sich die Performance der Slackliner nicht entgehen lassen. Die springen und machen Saltos auf ihrem winzig dünnen Seilchen, das einem ganz schwindelig wird. Oder auch die Graffiti- und Streetart-Künstler beobachten wie sie ihre Kunstwerke auf etliche Wände zaubern. 

Aber der eigentliche Spaß geht ja eigentlich erst abends los.

Ab 20.45 Uhr geht’s so richtig los mit der Musik. Bis zu 4 Bands spielen auf der Main Stage an einem Abend, der letzte Künstler ist meistens zwischen 2 und 3 Uhr morgens zu Ende. Wenn du dann noch Bock auf Party hast, dann solltest du Ausdauer mitbringen, denn theoretisch hast du bis 9 Uhr morgens Zeit dich voll auszustanzen zu Dancehall, Ska, Dub und eben allem was das Rasta-Herz begehrt. ;-)

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Wenn du zwischendurch mal eine Pause brauchst: Die Essensstände haben solange auf, wie Party ist, also immer. Außerdem gut zum wieder wach werden: ein leckerer Kaffee Latte mit Baileys im Café Social (was irgendwie an Kreuzberg im Sommer erinnert) oder ein leckerer Minztee in der Chill-Out-Area, was voller Kissen, Matratzen und kleinen runden Tischchen aussieht wie im Orient (oder eigentlich auch wie Kreuzberg). 

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Geheimtipps und Must-Dos:

Essen 

Unbedingt und auf jeden Fall die Pizza in der „Artesanía“-Area, ganz in der Ecke noch hinter der Mainstage. Hier backt eine riesen Kommune 8 Tage lang die geilsten Pizzen ever, wie am Fließband. Du bestellst nicht was du haben möchtest, sondern es werden einfach Pizzen belegt, in den Ofen gepackt und glühend heiß auf den Tresen geschmissen. Wer zuerst „Die will ich!“ schreit, hat gewonnen und kriegt die Pizza. 

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Trinken

Auf jeden Fall Mojitos mit einem halben Liter Rum drin. Zumindest fühlt man sich danach so. ;-) Die richtig guten und günstigen gibt’s ganz am Ende des African Village, gar nicht so weit von der MainStage entfernt. 

Prefestival-Party

Eine riesige Parade, quer durch die Stadt. Mit brasilianischen Trommlern, Stelzenläufern, Jongleuren, Tänzern und auch sonst so allem was es an verrücktem Volk so gibt. Die Parade endet in einer riesigen Party auf einem Platz in der Stadt mit einem umsonst und draußen Konzert. Dieses Jahr mit den Skatalites!

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Sonst noch Geheimtipps?

Ja! Fahrräder leihen! Die Stadt Benicassim betreibt einen kostenlosen Fahrradverleih für alle Touristen (und Einheimische). Maximal 7 Tage innerhalb eines Monats kann man sich ein Fahrrad leihen gegen 50 € Pfand, die man am Ende wiederbekommt, wenn man das Fahrrad abgibt. Am besten morgens früh oder kurz vor Schluss zur Verleihstation, da ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, das man eins von 200 Rädern absahnt. Mit dem Fahrrad kann man erstens wunderbar die Stadt erkunden, easy einkaufen fahren und natürlich abends hin- und zurück zum Festivalgelände radeln. So wird man nach ein paar Stunden tanzen auch wieder frisch auf dem Rückweg zum Zelt. 

Außerdem: Vorher oder nachher ein paar Tage für Valencia einplanen. Super schöne Stadt!

Was ist dein Lieblingsfestival und warum?


Hola, ich bin Anne und reise im Wohnmobil durch Europa. Ich liebe es, dass sich die Aussicht von meinem fahrenden Zuhause jeden Tag ändert. Mein größter Traum wäre, mit dem Camper einmal durch Lateinamerika zu fahren: Von Mexiko bis nach Feuerland.

  1. Thomas

    9 September

    Ein sehr schöner Bericht. Erinnert mich in Teilen an andere Festivals. :)
    140 € mag im ersten Moment teuer klingen ist es aber nicht. Für 8 Tage Festival geht das definitiv klar. Schade, dass das campen dort nicht so doll sein soll.

    Mein Lieblingsfestival ist die Fusion. Ein extrem facettenreiches Festival mit viel Abwechselung für wenig Geld. Es ist wirklich für jeden was dabei. Von Bands, DJ’s, VJ’s, Soundsystems über Theater und Kino hin zu Workshops, Kunst und Kabarett. Das ganze ist sehr frei. Keine sichtbaren Securitys, Getränke können überall mit hingenommen werden, keine Trennung zwischen Festival und Camping, Autos können neben dem Zelt geparkt werden.

    • Anne

      9 September

      Hey Thomas, danke für deinen Kommentar!
      Bei der Fusion war ich noch nie, und das obwohl ich seit über 2 Jahren jetzt echt relativ nah dran wohne. Wird vielleicht mal für nächstes Jahr ins Auge gefasst, schließlich pilgern da irgendwie immer alle Berliner für ein bisschen Ferienkommunismus hin. Ich hätte ja gewettet, das dein Lieblingsfestival das Sziget ist. ;-) LG

  2. Andreas

    19 März

    Hallo Anne,

    vielen Dank für die Wertvollen Informationen und Tipps. Ich fahre heuer das erstamal aufs Rototom mit meiner Freundin und freu mich schon sehr drauf.
    LG

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