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Finnisch Lappland im Winter – 8 sportliche Aktivitäten und Tipps für das arktische Winterwonderland

Finnisch Lappland im Winter gehört auf jeden Fall zu den Reisezielen, von denen ich wirklich nicht erwartet hatte, sie irgendwann einmal entdecken zu dürfen. Mit seinem leuchtend weißen Schnee, den Huskies und Rentieren, dem Blaubeersaft, den Wollpullis und dem ganzen arktischen Lebensstil, hat mich dieses Winterwunderland wirklich verzaubert.

Die Winter sind hier wirklich lang: von November bis Mai ist hier Schnee-Garantie, kein Wunder, dass die Finnen Auto gegen Snowmobil tauschen und sich jede Menge verrückter Sportaktivitäten ausdenken. Einige davon durfte ich auf meiner Reise oberhalb des Polarkreises ausprobieren.

1. Mountainbiken im Schnee? Kein Problem!

Ich hätte es ja selbst nicht geglaubt, aber man kann selbst bei Schnee ziemlich gut Mountainbike fahren – und es macht total Spaß! Möglich machen das sogenannte Fat Bikes, das sind Mountainbikes, die mit speziellen, sehr dicken Reifen und starkem Profil ausgestattet sind. Wir haben uns diese genialen Räder geschnappt und sind ungefähr 3 Stunden durch den Pallas Ylläs Nationalpark gefahren, vorbei an den weißen Hügeln und über zugefrorene Seen.

Fat Bikes kann man sich übrigens beim Sportladen- und Verleih Sportia Ylläs leihen und kosten 35 € pro Bike/Tag.

Team Sportia – Äkäslompolo
Tunturintie 16, 95970 Äkäslompolo

© Harri Lindfors, ski.fi

2. Mit dem Rentierschlitten quer durch den Wald

Als es hieß, dass wir Rentierschlitten fahren, hätte ich erwartet, dass man ähnlich wie in einer Pferdekutsche sitzt und jemand den Schlitten lenkt – falsch gedacht! Als wir auf der Reindeer Farm  in Kongäs ankamen, standen unsere Schlitten schon bereit, davor scharrten die Rentiere ungeduldig mit den Hufen. „Das hier ist euer Schlitten“, rief uns Johanna zu, die uns in der typischen Sami-Kleidung begrüßte und uns ersteinmal ein paar wesentliche Dinge zu den Rentieren und den Schlitten erklärte. Dann kletterten wir hinein und schon ging’s los! In alter Santa Claus – Manier zogen uns die Rentiere hintereinander gereiht durch die finnische Landschaft. Einfach schön!

Neben den routinierten Rentieren gibt es auf der Farm auch noch etliche junge Rentiere „in Ausbildung“, die sich über das Moos hermachen, welches wir an sie verfüttern dürfen.

Danach erzählte uns Johanna im Haus bei Kaffee und selbstgemachten Plätzchen ein wenig über die Geschichte der Rentiere in Finnland und wie es so ist, Rentiere auszubilden, damit sie einen Schlitten ziehen können. Im Sommer haben die Rentiere übrigens frei und dürfen durch die satt-grüne Landschaft Lapplands grasen, ganz ohne Zäune und Ställe.

Zu guter Letzt übergab uns Johanna noch feierlich unsere „Reindeer Driving License“, unseren Führerschein für Rentierschlitten. Ihr wisst also wo ihr mich am 24.12. findet… ich hab da ein paar Geschenke auszuliefern… .

Reindeer Farm Ounaskievari – Köngäs
Ounasjoentie 286, 99140 Köngäs

3. Quer durch die Natur wandern mit Schneeschuhen

Ich gehe zwar gerne wandern, aber das das tatsächlich so lustig sein kann, wusste ich vor unserer Schneeschuh-Wanderung noch nicht. Die Schneeschuhe werden unter die normalen Schuhe geklemmt, und dann gings los! Gemeinsam mit unseren Guides sind wir von Levi aus zuerst über den zugefrorenen Fluss gelaufen, wo wir uns erstmal an den örtlichen Verkehr gewöhnen mussten: Snowmobile und Langlauf-Skifahrer. Danach sind wir den Kätka Fell hinauf gewandert und unsere Guides haben uns einiges zu Natur und Kultur erzählt. Irgendwann sind wir dann vom Weg ab und querfeldein gewandert, durch meterhohen Schnee! Teilweise war der Schnee sicherlich 1 Meter tief und durch den unebenen Boden ist man mal eben zwischendurch bis zum Hals im Schnee versunken, zumindest, wenn man so klein ist wie ich.

Fast 3 Stunden haben wir uns durch den Schnee gekämpft, sind bestimmt hunderte Male lachend im Schnee gelandet und unser Guide Marcos musste mich nicht nur einmal aus einem Schneeloch ziehen, aus dem ich alleine wohl nicht wieder heraus gekommen wäre. Für eine Schneeschuh-Wanderung sollte man also unbedingt Skikleidung anziehen, die wasserfest ist. Für die nötige Wärme sorgt die Bewegung…

Lapin Luontoelämys
Ounasjoentie 810 99140 Köngäs

Foto: © Alexej Fedorov (instagram.com/alexej.fedorov) / BergSport360 (bergsport360.de)

Foto: © Alexej Fedorov (instagram.com/alexej.fedorov) / BergSport360 (bergsport360.de)

Schritt für Schritt im Schnee versinken, während sich Guide Marco hinter mir ins Fäustchen lacht… Foto: © Alexej Fedorov (instagram.com/alexej.fedorov) / BergSport360 (bergsport360.de)

 

4. Ski fahren in den Skigebieten Levi und Ylläs

Sinn und Zweck dieser Reise war es, die Skigebiete von Levi und Ylläs zu erkunden, der Witz: Ich kann eigentlich gar kein Ski fahren, wollte es aber unbedingt lernen. Zu den Skigebieten gibt es ganz bald noch einen ausführlichen Blogpost, aber soviel kann ich schon jetzt sagen: Finnisch Lappland ist wirklich perfekt für Anfänger wie mich, denn es gibt eine absolute Schneegarantie, der Schnee hat eine super Qualität und man hat einen tollen Ausblick auf die arktische Wildnis.

Die ersten beiden Tage waren wir in Levi Skifahren, einem wirklich schönen Skigebiet mit 43 Pisten und 28 unterschiedlichen Liften, von Schlepplift über beheizte Sessellifte bis zur Gondel war da alles dabei. Im super modernen Skiverleih am Zero Point bekommt man alles, was das Ski-Herz begehrt und kann von dort aus direkt loslegen. Wer nicht von Piste zu Piste fahren will, nimmt einfach den Skibus, der die unterschiedlichen Hangseiten miteinander verbindet.

An Tag 3 und 4 sind wir weiter zum Skigebiet nach Ylläs, was mit 719 Metern das höchste Skigebiet Finnlands ist. Hier warten 63 unterschiedliche Skipisten für alle Schwierigkeitsstufen (blaue, rote und schwarze Pisten). Sowohl in Levi als auch in Ylläs war es entspannt leer auf den Pisten, so muss man auch als Anfänger nicht Angst haben, ständig mit jemandem zusammen zu knallen und die Profis haben freie Bahn! Zu den Skipisten und wie es mir so mit Skifahren ergangen ist, erfahrt ihr in meinem nächsten Blogpost.

Mehr Informationen zum Skigebiet Levi.
Mehr Informationen zum Skigebiet Ylläs.

© Alexej Fedorov (instagram.com/alexej.fedorov) / BergSport360 (bergsport360.de)

5. Zu Besuch bei den Huskies im Levi Husky Park

„Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht“ (Heinz Rühmann), und ja, zugegeben, jede Reise die ich ohne meinen Marrón mache erscheint mir ein wenig sinnlos. Darum musste ich mir dringend Hundeersatz suchen für meine Finnland-Zeit und im Husky Park in Levi bin ich fündig geworden. Mein Traum ist es seit langem, eine Fahrt in einem Husky-Schlitten zu machen, doch leider waren diese bereits für unsere Zeit ausgebucht. Dennoch sind wir eine Runde durch den Husky Park gelaufen, haben hier und da mal ein wenig gekrault und beobachtet, wie aufgeregt die Hunde durchdrehen und freudig durcheinander kläffen, wenn sie von ihrer Runde wiederkommen oder es auf eine neue Schlittentour geht. Für die Huskyschlitten-Fahrt muss ich also unbedingt nochmal wieder gekommen – sowas Blödes aber auch ;-)

Levi Husky Park
Inarintie, Sokkapora 99140 Köngäs

6. Ein Dorf nur aus Schnee: Das Lainio Snow Village

Das fast schon magische Snow Village befindet sich 200 km über dem nördlichen Polarkreis und ist ein kleines Iglu-Dorf, welches komplett aus Eis und Schnee gebaut ist. Das Snow Village wird bereits seit 16 Jahren Winter für Winter neu gebaut, und sieht dabei jedes Mal komplett anders aus!

Der Iglu-Komplex besteht aus verschiedenen Räumen, die alle durch ein Schnee-Tunnel-System miteinander verbunden sind. Man kann in einem der Zimmer des Schneehotels übernachten – zur Auswahl stehen auch Suiten und Familienzimmer – oder aber in der Kapelle heiraten. Die Wände sind verziert mit verschiedenen Eisskulpturen und magisch erleuchtet und es macht unheimlich Spaß von Raum zu Raum zu gehen und die kunstvollen Eiswände zu bestaunen.

Außerdem gibt es ein Restaurant und eine Ice-Bar, wo ich natürlich direkt mal ein Gläschen Cloudberry-Likör getrunken haben. Das Glas besteht ebenfalls zu 100 % aus Eis und man trinkt den Schnaps besser, bevor das Glas zwischen den Handschuhen wegschmilzt.

Wer eine Übernachtung im Snow Hotel* wagen will, der wird mit einem kuschelig dicken Schlafsack ausgestattet. Und im schlimmsten Fall kann man auch nachts in das beheizte Haus wechseln. Aber ich würde jetzt mal tollkühn behaupten, wenn schon, denn schon, oder?

In diesem Video seht ihr, wie das Snow Village gebaut wird:

Das Snow Village erreicht ihr mit dem Auto von Levi aus in ca. 40 Minuten, von Ylläs in etwa 15 Minuten und vom Flughafen Kittilä in etwa 25 Minuten. Der Eintritt liegt bei 15 € pro Person, die Zimmerpreise liegen pro Nacht bei 180 € bis 440 €, was natürlich nicht ganz billig ist. Allerdings ist  so eine Übernachtung vermutlich auch etwas, was man nur einmal im Leben macht.

Lainio Snow Village
Lainiotie 566, Kittilä

© Alexej Fedorov (instagram.com/alexej.fedorov) / BergSport360 (bergsport360.de)

7. Sauna und Eisbaden

Ich glaube ich würde keine gute Finnin abgeben. Auch wenn ich mehr und mehr gefallen an Saunas finde, so richtig warm bin ich damit noch nicht geworden (—>  Vorsicht, richtig schlechtes Wortspiel ;-)). Klar, es ist entspannend und tut irgendwie gut, vor allem, wenn man den ganzen Tag aktiv war und Sport gemacht hat. Ohne Frage. Aber die finnische Variante war mir dann doch zu hart, denn die springen tatsächlich danach in ein Eisloch mitten im zugefrorenen See. Eine hübsche finnische Sauna, ganz aus Holz und irgendwie genauso, wie man sich eine vorstellt,  befindet sich jedenfalls bei Sammun-Tupa, direkt neben dem Fluss Ounasjoki.

Levin Sammun Tupa
Taalontie 160, 99130 Sirkka (Levi)

Nach der Sauna springen die Finnen doch tatsächlich in dieses Eisloch mitten im See!

8. Auf der Suche nach den Nordlichtern in Finnland

Nordlichter zu sehen, gehört ebenfalls zu einem dieser Punkte auf meiner „Will-ich-unbedingt-mal-gesehen-haben“-Liste und ich hatte die große Hoffnung, das dieser Traum auf der Reise nach Finnland wahr wird. Also sind wir mit der Lapland Express Snowcat, einer umgebauten Pistenraupe den Berg Levitunturi hochgefahren. Große Panoramafenster sorgen für einen tollen Blick auf die Nordlichter und oben auf dem Berg hat man eine schöne Übersicht über die Landschaft Lapplands. Leider hatten wir Pech und der Himmel war bewölkt, also war das leider nichts mit Nordlichtern. Also noch ein Grund mehr wieder nach Lappland zurück zukehren!

Lapland Express Snowcat
Reservierungen und mehr Infos: laplandhide68@gmail.com oder www.facebook.com/laplandhide

© Alexej Fedorov (instagram.com/alexej.fedorov) / BergSport360 (bergsport360.de)

Wie kommt man nach Finnisch Lappland?

Wer nach Finnisch Lappland möchte, der fliegt meist direkt nach Kittilä. Der kleine Flughafen von Kittilä liegt nur 15 km von Levi und 40 km von Ylläs entfernt.

Finnair fliegt Kittilä mehrmals am Tag von Helsinki aus an, übrigens mit einer kurzen Zwischenlandung in Ivalo. Ab 2018 fliegt Finnair von Frankfurt am Main auch direkt nach Kittilä.

Direktflüge gibt es ansonsten auch schon jetzt von Berlin (mit Air Berlin), Düsseldorf (mit Germania) und München (Lufthansa).

Meine Hoteltipps für Finnisch Lappland:

Das Hotel Hullu Poro in Levi
Wir haben 3 Nächte im familiengeführten Hotel Hullo Poro* (deutsch: „Das verrückte Rentier) übernachtet, welches sich direkt im Zentrum von Levi befindet. Es ist nicht mehr das neueste Hotel, aber dafür irgendwie sehr ursprünglich und gemütlich. Hier kann man am Kaminfeuer entspannen oder das leckere Frühstücksbuffet mit frischen finnischen Beeren genießen, während draußen die Welt eingeschneit wird. Mehr Infos zum Hotel hier.

Das Hotel Saaga in Ylläs
2 weitere Nächte durften wir im Hotel Saaga* in Ylläs übernachten. Dieses moderne und schicke Hotel liegt direkt neben dem Skigebiet Ylläs, hier liegt der Skilift tatsächlich direkt vor der Haustür. Mein Zimmer hat mir dort besonders gut gefallen, denn ich hatte einen tollen Blick aus dem vierten Stock direkt auf die Berge mit den schneebedeckten Tannen und auf die Skipiste. Nach dem Skifahren kann man hier im hauseigenen Spa-Bereich mit Whirlpools, Finnischer Sauna und Schwimmbad entspannen, den ich natürlich auch getestet habe. Ein wirklich sehr empfehlenswertes Hotel, mehr Infos dazu findet ihr hier.


Meine Restaurant-Tipps für Levi & Ylläs:

Renna Restaurant, Levi
Im Renna Restaurant bekommt man köstliche, riesige Steinofen-Pizza, und ja, sogar Rentier-Pizza. Für mich ist das natürlich überhaupt nichts, ich bin dann lieber bei meiner Kürbis-Ruccola-Pizza geblieben. 

Restaurant Pihvipirtti, Levi
Traditionelles Restaurant mit typisch finnischem Essen, wobei das obligatorische Rentier-Steak auch hier nicht fehlen darf. Vegetarische Optionen gibt es natürlich trotzdem!

Aurora Estate, Ylläsjärvi, Ylläs
Dieses Restaurant in Ylläs war mein absolutes kulinarisches Highlight auf dieser Reise. Dieses hübsche Restaurant liegt direkt am See 
Ylläsjärvi und mit ein wenig Glück hat man hier einen großartigen Blick auf die Nordlichter. Ich habe dort u.a. die beste Pilzcremesuppe meines Lebens gegessen, und danach gab es noch ein köstliches Pesto-Risotto! Sehr empfehlenswert!

Restaurant Rouhe, Äkäslompolo
Im Restaurant Rouhe herrscht offenbar jeden Abend geschäftiges Treiben, was viel über seine Beliebtheit und seine Qualität aussagt. Wir hatten einen schönen Abend dort!

Mehr zu Finnisch Lappland könnt ihr hier lesen:

Arctic Life in Levi: In 10 Schritten zum Profi-Finnen
Levi in Lappland – Urlaub in Finnlands schönstem Winterparadies
Das magische, mystische Lappland

 


Vielen Dank an Visit Finland, Ski.fiLevi und Ylläs für die Einladung zu dieser Bloggerreise.


Hola, ich bin Anne und liebe das unterwegs-und-draußen sein. In diesem Sommer tauschen wir unsere Wohnung gegen einen Van und reisen quer durch Europa. Vamos!

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