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Von Lachfalten-Sonnenbrand und Entschleunigung – 5 Tage Segeltörn in Holland

In den letzten Tagen habe ich die Zeit in Holland noch viel mehr vermisst also sowieso schon. Vor allem, weil ich diesen Artikel schon viel früher schreiben wollte, eigentlich direkt nach der Reise. Doch dann kam die Arbeit plötzlich geballt und gehässig, frei nach dem Motto: „Du willst über Entschleunigung schreiben? Kannste knicken!“ Und so saß ich die letzten Tage zwar viel vor dem Rechner, aber viel zu wenig am Blog. Aber fangen wir mal ganz von vorne an.

Vor ein paar Wochen war ich für 5 Tage auf einem kleinen Segeltörn in Holland. Wer mir bei Facebook oder Instagram folgt, der wird mitbekommen haben, das ich in den letzten Wochen zuvor viel Zeit mit Praxisstunden und navigieren lernen verbracht habe. Und nun bin ich stolze Besitzerin eines Segelscheins „See“. Yes! Ich dürfte mir also theoretisch nun ein Boot chartern und damit durch die Gegend segeln.

Aber wie bin ich plötzlich eigentlich drauf gekommen segeln zu lernen?

Die Frage müsste eigentlich heißen: Wieso bin ich erst jetzt dazu gekommen segeln zu lernen? Denn eigentlich gehöre ich einer echten Seglerfamilie an. In meiner Kindheit hatte mein Opa ein Segelboot und wir ein kleines Bötchen um die Ecke am Baggersee. Meine Eltern segeln seit ihrer Jugend und haben sich vor zwei Jahren endlich ihren Lebenstraum erfüllt und sich ein richtig tolles Segelboot gekauft. Und ich? Ich glaub ich war lange Zeit ein echter Schisser. Irgendwie hat mir tiefes Wasser immer Angst gemacht (tut es übrigens immer noch). Das kleinste bisschen Wind und eine leichte Schieflage am Boot war für mich eigentlich schon zu viel.

Aber irgendwas hat sich geändert, oder besser gesagt, offenbar habe ich mich verändert. Denn plötzlich machen mir solche Situationen keine Angst mehr, sondern Spaß. Mich juckt’s in den Fingern, am liebsten würde ich alles gleichzeitig lernen und ausprobieren, darum habe ich auch dieses Jahr spontan auf Ko Tao in Thailand meinen Tauchschein gemacht. Ich persönlich glaube ja, dass meine Reisen da einen großen Teil zu beigetragen haben, meine Ängste zu verlieren. Ich finde, man lernt unheimlich viel wenn man reist. Wenn man seinen Horizont nicht erweitert, kann auch keine Neugier geweckt werden, wenn man nicht neugierig ist, wird man sich keinen Herausforderungen stellen. Wenn man sich keinen Herausforderungen stellt, wird man auch nicht mutiger. Eigentlich ganz einfach, die kleine Formel, oder?

Jedenfalls… zurück zum Thema. Meinen frisch gebackenen Segelschein wollte ich natürlich jetzt auch mal unter Beweis stellen. Also hat es mich 5 Tage nach Holland verschlagen. Nur Sonne, Meer und Wind. Und zwar ohne Ende.

Unsere Route:

Karte

Entschleunigung und Lachfaltensonnenbrand

Um zu entschleunigen fahren manche Menschen in den Yoga-Urlaub nach Indien oder buchen sich für paar Tage in irgendwelchen spirituellen Mönchsklöstern in Thailand ein. Für mich reicht ein Segelboot und ein bisschen Wind in Holland.

Keine Arbeit, die auf mich wartet, kein Einkaufen, kein Wäsche waschen, kein Lernen. Und vor allem: Kein Internet. Keine Popups auf dem Handy, keine Facebook Benachrichtigungen, kein Scrollen durch die Timeline. Keine Tweets und kein Instagram (na gut, ein kleines bisschen). Keine Mails. Ich muss gestehen, dass sowas normalerweise meinen Alltag ziemlich dominiert.

Aber statt ständig auf mein Handy zu schauen und den Tag nach Aufgaben zu strukturieren, konnte ich hier am Steuer sitzen, die Nase in den Wind halten und gedanklich einfach mal abschalten. Vom ganzen Lachen, Quatschen und die Zeit vergessen, habe ich sogar einen kleinen Lachfalten-Sonnenbrand bekommen, ohne Spaß!

Der „Bootsalltag“

Die Tage auf dem Boot waren hierbei eigentlich ziemlich simpel. Nach dem Frühstück wurde die Wetter- und Windlage gecheckt und entschieden, wohin wir heute fahren könnten. Nach ein paar Mal an- und ablegen war ich sogar schon etwas routiniert, wie das alles so abläuft.

Am Herrlichsten war, das man nicht planen konnte, wo man wann in welchen Hafen einläuft. Schließlich muss man sich nach dem Wind richten. Keine minutengenaue Angabe einer App, die dir ausrechnet, wann du deinen Zielort erreichst. Nö. Kommste nicht heute, kommste morgen.

Ich glaube, unser Leben (oder zumindest meins) wird viel zu stark durchorganisiert und von irgendwelche Apps kontrolliert.

Und es ist so herrlich, wenn es mal nicht so ist.

Hach, Holland! Ich komme wieder, hoffentlich bald.

 

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Hola, ich bin Anne und reise im Wohnmobil durch Europa. Ich liebe es, dass sich die Aussicht von meinem fahrenden Zuhause jeden Tag ändert. Mein größter Traum wäre, mit dem Camper einmal durch Lateinamerika zu fahren: Von Mexiko bis nach Feuerland.

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  1. Sehr cool! Meine Theorie für den SKS ist dieses Jahr verfallen- ich hatte meine Urlaubstage schon voll mit meinen Männern verplant. Da mein Bruder aber alles hat, was ein echter Skipper braucht, verlasse ich mich erst mal egoistisch auf ihn wenn´s um´s Chartern geht ;-) Guck gerne mal bei uns rum: http://bilderbummler.de/tag/segeln/ LG Miri

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