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Machu Picchu & Das heilige Tal

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Machu Picchu und das heilige Tal

2011 habe ich meine erste Reise nach Peru gemacht. Nach 4 Monaten im Norden Perus bin ich noch 2 Monate mit Freunden durch Peru und Argentinien gereist. Dabei haben wir auch einen Stop in Iguazú gemacht und haben uns die Wasserfälle angesehen. Einfach unbeschreiblich, wie so einiges auf dieser Reise. Da wäre zum einen die 3-tägige Fahrt auf einem Frachter über den Amazonas durch den Regenwald, oder die Festung Kueláp in de Nähe von Chachapoyas, was auch das zweite Machu Picchu genannt wird. Ansonsten gab es auch noch den Wasserfall von Gocta, der 4. größte Wasserfall der Welt, der 770 Meter in die Tiefe fällt und erst vor ein paar Jahren entdeckt wurde (übrigens von einem Deutschen). Und lange, lange Partynächte in Cusco, der ehemaligen Hauptstadt der Inkas mit verrückten Hippie-Peruanern. Vieles auf der Reise war nicht geplant, viel kam überraschend hinzu oder Routen haben sich spontan ergeben. Was ich jedoch mit absoluter Sicherheit vorher wusste war: Ich muss Machu Picchu sehen. Da geht kein Weg dran vorbei.

Also haben wir in Cusco spontan einen Inka Jungle Trek gebucht, sozusagen die spontane Kurzversion des Incatrail, den man ja bekanntermaßen bereits Wochen und teilweise Monate im Voraus buchen muss. Das besondere beim Inka-Jungle-Trail: Du wanderst nicht nur, sondern fährst auch Mountainbike (Downhill). Der Inka-Jungle-Trail hatte so seine Vor-und Nachteile. Warum ich diesen jedenfalls so nicht mehr machen werde, erfährst du bald in einem eigenen Artikel dazu. 

In unseren Tagen vor der Tour waren wir fast eine Woche in Cusco gewesen und hatten viele neue Leute kennengelernt. Vor allem Waikis (die südamerikanische Hippie-Variante), die uns erzählten wie mágico Machu Picchu sei. Die Quelle könnte man jetzt in Frage stellen. Ist nach einer knackigen Dosis Wachuma (die stärkste Naturdroge der Welt, aus einem Kaktus gewonnen) nicht vielleicht so ziemlich alles mágico? Mit wachsender Vorfreude stieg natürlich auch die Skepsis.

Wie magisch kann ein Ort sein, an den täglich bis zu 2000 Leute pilgern und der aufgrund der massigen Touristenzahlen nach und nach zerstört wird?

Nach einer viel zu kurzen Nacht in Aguas Calientes konnten wir uns davon ein eigenes Bild machen. Wir standen um 4 Uhr auf, um als erste am Kassenhäuschen zu sitzen, als erster reinzukommen und dann bei der Wanderung nach oben völlig klätschnass geschwitzt und geregnet oben anzukommen. Die Stimmung mitten in der Nacht am Machu Picchu ist merkwürdig. Geheimnisvoll. Ein bisschen albern. Ein bisschen gruselig. Und vor allem total spannend. Die Idee, morgens in aller Dunkelheit hochzulaufen haben so einige. Man könnte sagen Massen. Mit unendlichen Grüppchen von Leuten steigt man dann unzählige Stufen nach oben. In der völligen Dunkelheit. (Taschenlampe mitnehmen, wir hatten keine.) Man kann nicht viel sehen, nur erahnen das man grade irgendwie durch den Dschungel tappst. Die Stimmung ist ein bisschen komisch, erwartungsvoll, es ist dunkel und irgendwie traut man sich kaum laut zu reden. Und wenn man durch die Bäume durch schielt und es langsam dämmert, erkennt man wie ganz langsam eine Art Dunst zwischen den Bergen hochzieht. Und dann, irgendwann, ist man da. Und dann sieht man es.

Und denkt einfach nur noch: Putamadre, ist das mágico!

 

(Auf die Bilder klicken um die Fotogalerie zu starten)

 

 

10 Comments

  • Kris sagt:

    Hallo Anne, eine sehr schöne Liebeserklärung an diesen Ort. Mir ging es genauso, dass ich dachte, wie toll kann das schon werden mit soooooo vielen Touris? Aber egal, wie viele Millionen Bilder man vom Macchu Picchu gesehen hat, das Gefühl, wenn man frühmorgens auf diesem Berg steht und alles noch in Nebel gehüllt ist, ist einfach unbeschreiblich. Ich würde nur nicht nochmal den Fehler machen, in der Regenzeit mit dem Kleinbus nach Agua Calientes zu fahren, denn da ist im Sparpreis auch die Adrenalin-Überdosis inklusive (aber das ist eine andere Geschichte). Aber an diesem magischen Ort zu sein, macht alles wieder gut :)

    • Anne sagt:

      Hey Kris, danke für deinen Kommentar! Ich kann es mir bildhaft vorstellen was das für ein Abenteuer war, hatte da ein paar ähnliche Begegnungen…
      Wenn man in Machu Picchu ist und die Berge sieht und dazwischen die Nebelschwaden hochziehen, kann man gut verstehen, warum die Inkas die Berge angebetet haben…

  • Simone sagt:

    WOW, sooo schöne Bilder.
    Das muss ich mir definitiv auch mal anschauen. Hoffentlich bald.

    LG

  • […] war wirklich ein einmaliges Erlebnis und ein ähnlich überwältigendes Gefühl, wie zum ersten Mal Machu Picchu in Peru zwischen den Nebelschwaden auftauchen zu sehen. Allerdings sind das alles natürlich eher […]

  • Christina sagt:

    Wir haben aus Zeitgründen nur die Minibustour (allerdings dürfte das die gleiche Strecke gewesen sein, wir haben einige Radfahrer überholt) gemacht – meiner Meinung nach hat diese Strecke Death Road Charakter :-) vor allem wenn man einen Fahrer hat, der meint, sich beweisen zu müssen.

    Aber es ist wirklich erstaunlich, wenn man oben in Machu Picchu steht, und endlich verzieht sich der Nebel, eigentlich schaut alles genau so aus wie auf den Fotos, aber in echt ist es einfach ein wahnsinnig beeindruckender Ort!
    Was ich noch empfehlen kann, ist die Wanderung auf den Montaña, im Gegensatz zum Wayana Picchu ist der überhaupt nicht überlaufen. wir haben vielleicht 20 leute getroffen. und die Aussicht – sofern man eine hat – ist meiner Meinung nach besser (weil man die typische Blickrichtung hat). Außerdem ist der Weg echt schön, man hat eine tolle Aussicht auf die Berglandschaft, alle paar Meter findet man noch schönere und exotischere Pflanzen und ich habe dabei eigenständig meinen ersten 3.000er bestiegen.

  • Robin sagt:

    Wahnsinnig schöne Bilder und ne gute Idee über die Wanderung zu diesem mágico Erlebnis zu berichten.

    Ich trete heute die Fahrt nach Cusco an und freue mich schon riesig darauf!

    Zwei Fragen hätte ich aber. Welchen Filter legst du denn auf deine Aufnahmen um sie so wirken zu lassen? Und, welches ist deiner Meinung nach ein guter Ort in Cusco um auszugehen?

    LG

    • Anne sagt:

      Huch, Robin! Sorry, dein Kommentar ist irgendwie untergegangen :( Tut mir echt leid, dass ich erst jetzt antworte. Vermutlich bist du jetzt schon gar nicht mehr in Cusco. In Cusco gibts natürlich endlos viele Orte um wegzugehen, ich war oft im Wachuma (muss man aber drauf stehen ;-)), aber auch Ukukus oder das 7 Angelitos sind echt cool. Hast du denn was schönes entdeckt als du da warst?
      Zu deiner Foto-Frage: Ich habe mir vor ein paar Monaten mal so eine Photoshop-Aktion heruntergeladen. Irgendwas mit Instagram-Actions oder so. Musste einfach mal googlen :)
      Ich hoffe du hast eine schöne Zeit in Peru :)
      Liebe Grüße
      Anne

  • Hi Anne, deine super schönen Bilder machen echt Bock auf Machu Picchu. Wir starten unsere Weltreise im Juni 2016 und unser erstes Land, welches wir erleben dürfen, ist Peru. Natürlich wollen auch wir uns Machu Picchu nicht entgehen lassen und planen einen alternativen Trek (Lares Trek) nun ist bei uns die Frage aufgekommen ob wir diesen vor Ort flexibler und günstiger buchen können als auf dem Internet und ob dann überhaupt noch Tickets last minute für Huayna Picchu verfügbar sind.
    Wir dachten du als Peru-Expertin kannst uns da evtl. weiterhelfen.

    Happy travels & buon appetito

    Andrina & Mischa

    • Anne sagt:

      Hallo Andrina & Mischa,

      entschuldigt meine späte Antwort!
      Wie wunderbar, dass ihr eure Reise in Peru startet! Sehr gute Wahl! ;-)
      Vom Lares Trek habe ich selbst viel gehört, gelaufen bin ich ihn aber selbst nicht.
      Tickets für Huayna Picchu würde ich auf jeden Fall vorher reservieren, die sollen sehr schnell weg sein.
      Nora von Info-Peru hat auch einen super Artikel zum Thema „Wie komme ich nach Machu Picchu“ geschrieben und kann euch da bestimmt auch noch genauere Infos geben: http://info-peru.de/10-punkte-wie-du-todsicher-nach-machu-picchu-kommst-alles-was-du-jemals-wissen-musst/
      Außerdem erscheint im Frühling (März/April) unser E-Book „Quer durch Peru“. vielleicht ist das für euch ja interessant? Die passende Website findet ihr schon jetzt hier: http://www.querdurchperu.de

      Viele Grüße
      Anne

  • Sabine Müller sagt:

    Liebe Anne,

    ich hatte gelesen, dass du eine gebuchte Tour empfiehlst, da es stressfreier ist als Zug, Bus etc. einzeln zu buchen. Mein Freund und ich möchten mit dem Zug fahren, da wir nicht genug Reisetage für ein Trekking haben. Kannst du eine Agentur o.ä. empfehlen, die Touren anbietet? Von Noras Blog weiß ich, dass man sich frühzeitig kümmern sollte und daher bucht man solch eine Tour nicht erst in Cusco oder?

    Liebe Grüße

    Bine

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