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Kuélap – das zweite Machu Picchu Perus

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Wer eine Reise durch Peru macht, den zieht es meist in den Süden. Vor allem wegen Machu Picchu, DEM archäologischen Schmuckstück Perus. Ich kann es gar nicht oft genug sagen, wie sehr sich allerdings auch der Norden Perus lohnt. Der Norden von Peru, das ist wilde, unberührte Natur. Ausländer verirren sich noch deutlich seltener in diese Gegend, der Tourismus ist noch nicht so abgebrüht wie im südlichen Peru.Denn dort oben, wo die Anden langsam abfallen und in den Dschungel übergehen versteckt sich auf 3000 Metern Höhe eins der imposantesten Bauwerke Lateinamerikas: Die Festung Kuélap!

„Die Augenbraue des Amazonas“ (oder auch „La ceja de la selva“)

So nennen die Peruaner die Region rund um Chachapoyas. Sogenannter Nebelwald zieht sich hier die Anden hinauf. Es ist deutlich grüner als in den Anden, ein paar Höhenmeter machen hier viel aus und innerhalb einer halben Stunde kommt man hier von einem frischen Bergklima in ein fast tropisches Regenwaldklima. Massentourismus sucht man hier zum Glück noch vergeblich.

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Die Nebelkrieger: das Volk der Chachapoyas

Ab etwa 400 bis etwa 1500 n.Chr. lebten in Nordperu das Volk der Chachapoya, noch deutlich älter als die Inkas. Forscher gehen davon aus, dass sie in einem losen Staatenverbund organisiert waren und erst durch die Inkas unterworfen wurden. Die Inkas deportierten Teile der 500 000 Menschen großen Bevölkerung bis nach Cusco. Als die Spanier einfielen, starben die meisten an Masern und Pocken, das Volk der Chachapoyas starb aus. Angeblich sollen die Chachapoya weißer und größer gewesen sein als andere Prä-Inka-Kulturen Perus. Theorien von europäischer Abstammung einiger Kelten im Exil konnten jedoch widerlegt werden. Fest steht jedoch, dass die Nebelkrieger, ihre Festung Kueláp hoch über den Wolken hatten. Aus diesem Grund werden sie auch die Wolkenmenschen genannt.

Die Festung Kuélap

Die gigantische und imposante Festung befindet sich hoch oben auf einem Berg, ca. 3000 Meter über dem Meeresspiegel, und lässt einem im wahrsten Sinne des Wortes atemlos.

Drei sehr tunnelartige Eingänge sind der Zugang zur Festung, die auf 2 Etagen erbaut wurde. Im Inneren eröffnet sich eine komplette Stadt, mit den Ruinen von über 450 runden Häusern, religiösen Plätzen und öffentlichen Gebäuden. Die mystische Stimmung wird noch unterstützt durch die Wurzeln die sich über Wegen und Häusern ausbreiten, alte Bäume und Bromelien wuchern über die Anlage. Zwischen den Ruinen trotten Lamas umher. Mal mehr, mal weniger ruhig. Offenbar ist gerade Paarungszeit und die Lama-Männer führen hier gerade Machtkämpfe miteinander aus, völlig unbeeindruckt von den Touristen, die hier herumlaufen. Mehrmals springen wir aus dem Weg, um ein paar galoppierenden Lamas auszuweichen.

Unser Guide erklärt uns, welche Gebäude vermutlich öffentliche Einrichtungen waren und wo religiöse Zeremonien abgehalten wurden.

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Wie komme ich nach Kuélap?

Kuélap liegt ca. 3 Stunden von Chachapoyas entfernt. Chachapoyas erreicht man von Lima aus in 22 Stunden Busfahrt (z.B. mit Moviltours). Möglich ist auch eine Fahrt von Lima nach Trujillo (8 Std) oder Chiclayo (12 Std.) und dann weiter nach Chachapoyas (12Std. bzw. 10 Std.).

Es lohnt sich definitiv einige Tage in Chachapoyas einzuplanen. Die Region gilt als eine der interessantesten archäologischen Orte Perus. Auch landschaftlich gibt es hier viel zu entdecken, wie zum Beispiel den Wasserfall Gocta, 771 Meter hoch und der dritthöchste Wasserfall der Welt.

Viele Wege führen nach Kuélap, beispielsweise eine mehrtägige Wanderung. Wer allerdings nicht so viel Zeit hat, der kann auch sehr kurzfristig einen Tagesausflug bei einem lokalen Anbieter in der Stadt Chachapoyas bieten. Rund um die Plaza de Armas haben sich hier mehrere lokale Tourguides angesiedelt, die auch Touren auf englisch (mit Privattransport) anbieten.

Auch sehenswert rund um Chachapoyas:

  • Der Wasserfall Gocta
  • Die Mumien von Karajia
  • Das Mausoleum von Revash
  • Das Zentrum der Stadt Chachapoyas

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Hast du noch Fragen zu Kuélap? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

2 Comments

  • Hallo Anne,
    Ein super Artikel über Kuelap mit richtig schönen Fotos !! Jetzt gibt’s leider nur noch 3 Lamas auf Kuelap, weil sie anscheinend zu viele geworden sind :( Und weisst Du, warum die Eingänge tunnelartig sind ? Damit Angreifer am Ende nur noch einer nach dem anderen durchgehen konnten – und dort wurden sie natürlich von den Chachapoya erwartet…
    Liebe Grüsse,
    Martina

  • Kathi sagt:

    Tolle Fotos! Ich war ja leider noch nie in Peru, aber ich hoffe soooo sehr, dass ich bald mal dorthin reisen kann. Und wenn, dann werde ich ganz bestimmt deine Tipps beherzigen ;)
    Liebe Grüße,
    Kathi

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