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Koh Tao – Wie macht man eigentlich einen Tauchschein in Thailand?

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Einen Tauchschein in Thailand machen? Bei mir war das tatsächlich eine ziemlich spontane Entscheidung.

An einem entspannten Morgen sitzen wir am Bottle Beach in Koh Phangan beim Frühstücken, als wir mit zwei anderen deutschen Jungs ins Gespräch kommen. Die beiden sind gefühlt schon durch ganz Südostasien gereist und geben uns ein paar Tipps für unsere restlichen Stationen auf unserer Reise durch Thailand.

„Was ihr auf jeden Fall machen solltet, ist ein Tauchkurs auf Koh Tao!“

Tauchkurs? Hm, eigentlich hatte ich ja an simples, einfaches Schnorcheln gedacht. Aber ihre Argumente scheinen ziemlich überzeugend zu sein: Ein Tauchkurs in Thailand ist sagenhaft günstig, es gibt tolle Anfängerreviere, und ein Bungalow bekommt man auch gratis gestellt. Irgendwie wird ziemlich schnell klar: Das muss ich einfach testen!

Aber wie genau läuft das so ab mit dem Tauchschein auf Koh Tao?
Genau darum geht es in diesem Artikel, aber eins nach dem anderen.

1. Die Tauchschule

Zunächst geht es darum, die richtige Tauchschule zu finden. Hierbei würde ich darauf achten, dass sie PADI zertifiziert ist. Preislich tun sich die meisten Tauchschulen nicht viel (zumindest nicht auf Koh Tao).

Auf Koh Tao gibt es viele Tauchschulen mit internationalen Tauchlehrern, vielleicht ist es sogar möglich, dass du deinen Tauchkurs auf deutsch machst. Außerdem sollte die Tauchgruppe nicht zu groß sein, damit der Tauchlehrer auch individuell auf dich eingehen kann.

Ich habe meinen Open Water Diver beim Crystal Dive Resort gemacht. Der Artikel ist natürlich unabhängig entstanden und ich wurde von Crystal Dive dafür nicht bezahlt. ;-) Dennoch möchte ich noch unbedingt loswerden, dass ich diese Tauchschule wirklich jedem empfehlen kann!

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2. Die Anmeldung

Die Anmeldung ist wirklich ziemlich easy. Ich habe 2 Tage vorher beschlossen den Kurs zu machen, einen Tag später online eine Anzahlung gemacht (10% über Paypal), und den Tag darauf ging es schon los. In vielen Tauchschulen starten täglich neue Kurse, die meisten auf englisch, manche jedoch auch auf deutsch. Kostenpunkt des 4-tägigen Tauchkurses inklusive Bungalow und aller Materialien: 9800 Baht, also ca. 280 Euro. 

Jetzt geht es an den Papierkram: Ein paar Seiten müssen ausgefüllt werden und man beantwortet ein paar Fragen, ob man irgendwelche Krankheiten, Platzangst oder Ähnliches hat. Dann befreit man die Tauchschule noch per Unterschrift von jeglichen rechtlichen Folgen bei einem Unfall. Danach bekommt man den Schlüssel zum Bungalow, welches man die nächsten 4 Tage umsonst gestellt bekommt.

3. Die Unterkunft

Wie wohnt man so als Tauchschüler im Crystal Dive? Gut, zugegeben, die Bungalows könnten wirklich besser sein. Die Betten sind ziemlich durchgelegen und das Klo hat leider keine Klospülung sondern nur einen Eimer, den man dann mit Wasser füllt und ins Klo kippt. Naja, basic halt.

Aber andererseits reicht das Bungalow auch vollkommen aus und es hat dazu noch eine nette kleine Terasse, die wir uns für die Zeit mit ein paar Geckos teilen, die Zuflucht vor Hühnern und Katzen suchen, die immer mal wieder am Bungalow vorbeilaufen. Irgendwie schon ganz idyllisch, das Ganze ;-)

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4. Die Theorie: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!

Der theoretische Teil geht bei uns direkt nur wenige Stunden nach der Anmeldung los. Niek, unser Tauchlehrer kommt aus Australien, seine Eltern aus Holland, aber alles was von seinem holländisch noch übrig ist, ist „Neuken In De Keuken“ (ich werde das an dieser Stelle mal nicht übersetzen)… Die Theorie an sich ist ziemlich easy. Ich kriege die Theoriefragen sogar auf deutsch und englisch. Spanisch und französisch gibt’s auch noch im Angebot. Der Nachmittag ist ziemlich videolastig, gleichzeitig kreuzen wir fleißig die Antworten auf den Fragebögen an. Am nächsten Tag soll es dann in den Pool gehen. Endlich!

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5. Erstes Rumgetauche im Pool und die Frage „Wo pinkelt man denn hier?“

Am zweiten Tag gehts dann endlich los mit dem Tauchen. Theoretisch wissen wir nun alles über Dichteveränderungen, Druckunterschiede und die Gefahren des schnellen Auftauchens. Aber wie sich der Körper wirklich unter Wasser verhält, üben wir nun endlich im praktischen Teil.

Zunächst mal wird das  Equipment fertig gemacht, vor allem BCD (Tauchjacke), Tauchmaske, Flossen und Bleigürtel.

Dann geht’s ab in den Pool!

Am ersten Tag lernt man vor allem wie man Ab- und Auftaucht, wie man unter Wasser die Maske durch Pusten wieder klarmacht und jede Menge Notfallsituationen. Wir verbringen den kompletten Tag im Pool und gegen Mittag fühle ich schon, dass mir langsam Schwimmhäute zwischen den Fingern wachsen….

Jemand fragt, was man denn macht, wenn man mal pinkeln muss. „I won’t lie to you, people sometimes pee in the pool“ meint Niek. Na lecker. Wenigstens ist die Gefahr Wasser zu schlucken ziemlich gering mit dem Atmungsding im Mund.

Nach dem Pooltag bin ich angefixt, ich will endlich raus aufs Meer!

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6. Der erste Tauchgang auf offenem Meer

Eigentlich ist schon die Bootsfahrt zum Revier spektakulär. Vorbei an den weißen Stränden und den dunklen Felsen und den Palmen, rauf aufs Meer. Für den Open Water Diver (bis 18 Meter Tiefe) benötigt man 4 erfolgreiche Tauchgänge um den Tauchschein erfolgreich abzuschließen. Auf den ersten drei Tauchgängen werden immer mal wieder kleine Übungen geprobt, die man vorher bereits im Pool gelernt hat. Der letzte Tauchgang dient dann eigentlich nur noch dem reinen Vergnügen und dem Entdecken von bunten Fischen.

Und dann taucht man das erste Mal ab und sinkt immer tiefer in das türkis-blaue Wasser. Und die kleinen Probleme mit dem Druckausgleich, dem eingezwängten Gefühl und dem Darth-Vader-Atemgeräusch sind plötzlich wie weggeblasen. Denn plötzlich schwimmst du an bunten Korallen vorbei und kleinen Nemos, siehst Kugelfische, Muränen, gelb-blau gepunktete Rochen und wenn du ganz, ganz viel Glück hast, sogar eine Schildkröte! 

Und auch wenn es einem wirklich sprichwörtlich den Atem verschlägt, sollte man das mit dem Atmen besser nicht vergessen unter Wasser. ;-)

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Ich würde euch jetzt wahnsinnig gerne Unterwasser-Bilder zeigen, leider gibt es keine. Eins weiß ich aber sicher: Das war nicht das letzte Mal das ich tauchen war. Und beim nächsten Mal habe ich eine niegelnagelneue GoPro dabei. Hoffentlich.

Noch ein paar Anfänger-Tauchtipps bevor du das erste Mal tauchen gehst:

  • Kenne deine Grenzen. Wenn du merkst, das du Panik bekommst (oder bekommen könntest), signalisiere das deinem Buddy oder Tauchlehrer,  und tauche der Tiefe entsprechend sicher auf.
  • Such dir einen Tauchbuddy, dem du vertraust und der dir Sicherheit gibt.
  • Atmen nicht vergessen. Niemals.
  • Regelmäßiger Druckausgleich ist super, super wichtig. Wenn’s nicht klappt, tauch langsam ein kleines Stückchen auf, gleiche aus, und tauche langsam tiefer.
  • Checke regelmäßig deinen verbleibenden Sauerstoff und versuche ein Gefühl für deinen Verbrauch zu entwickeln.
  • Halte Abstand zu den Meerestieren. Du bist da nur zu Besuch.
  • Hab Spaß und genieß den Tauchgang!

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Noch mehr Thailand-Artikel? Findest du hier:

Thailand – 3 Wochen Inselhopping mit Route, Tipps und nützlichen Infos

Thailand in 3 Wochen – 7 Reiseblogger verraten ihre Tipps

Außerdem hat Anekdotique.com auch schon mal Scuba Diving in Thailand ausprobiert, mehr gibts hier: Scuba Diving in der Andamanensee – ein Schnuppertauchkurs vor Koh Phi Phi

Lese-Tipp:

Wenn du einen allgemeinen, aber richtig guten Überblick über das Reisen in Thailand bekommen willst, kann ich dir das eBook Faszination Thailand von Faszination Südostasien sehr empfehlen!

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Bild: Stefan Diener, faszination-suedostasien.de

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Hier gibt es den Reiseführer für wenig Geld.

Warst du schon mal Tauchen oder hast einen Tauchschein gemacht? Wo gibt es die besten Tauchreviere? Ich suche da noch nach dem nächsten Ziel und freu mich über eure Tipps in den Kommentaren!

10 Comments

  • Remy sagt:

    Hey,
    eine Frage, was hat der Tauchschein gekostet?

    LG

    • Anne sagt:

      Hey Remy,
      das steht doch im Artikel ;-)
      „Kostenpunkt des 4-tägigen Tauchkurses inklusive Bungalow und aller Materialien: 9800 Baht, also ca. 280 Euro.“
      Liebe Grüße
      Anne

  • Ich würde so gerne mal einen Tauchkurz machen. So richtig gern <3

  • Nadja sagt:

    Ich würde so gerne auch mal auf Koh Tao tauchen! Ich hab nur mal einen kurzen Schnorcheltrip von Koh Samui aus dort hin gemacht, weil ich zu wenig Zeit hatte :( Auch ein super Ort zum Tauchschein machen: Die Gili Islands bei Bali! Da sind Schildkröten eigentlich garantiert ;)

  • Karin sagt:

    Hallo Anne

    Wohooo gratuliere dir zu deinem offensichtlich erfolgreichen Tauchkurs!
    Tolle Tipps die du da zum Ende gibst! Kleine Ergänzung: PADI ist nicht die einzig gute Sache, CMAS, SSI machen ihre Sache auch super ;-) Hauptsache international anerkannt!
    Wenn du am Tauchen weiterhin interessiert bist freu ich mich wenn du mal vorbei schaust auf http://www.stadtlandmeer.ch , ich schreibe da übers Reisen und Tauchen und gebe nützliche Tipps vor allem auch für Tauchneulinge :D Vielleicht was für dich? Könnt ja sein ;-)
    Machs gut, happy bubbles und immer gut Luft!

    Liebe Grüsse
    Karin

  • Oh Dank fürs Verlinken Anne. Mein erstes Tauchabenteuer war auch echt aufregen muss ich sagen. Das erste Mal Tauchen ist super spannend. Würde auch gern mal einen Tauchschein machen, das geht ja eigentlich sogar relativ schnell, dachte ich immer.

  • inka sagt:

    Ooooh, sehr cool! Der Tauchkurs steht seit mehreren Jahren auf der Liste, aber hier in D. ist er mir zu teuer und auf Reisen hatte ich bisher immer was anderes zu tun. ;) Aber das klingt echt super, danke für die Tipps!
    LG /inka

  • Stefan sagt:

    Wenn du es niemanden verrätst: Kaş in der Türkei… aber *pssst*

  • […] lernen, erzählt dir Anne von Going Vagabond in ihrem Artikel über ihren Tauchkurs auf Koh Tao hier. Du kannst mir glauben, bei den meisten verläuft ein Tauchkurs tatsächlich […]

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