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Burj Khalifa in Dubai – Eine Geschichte von Höhenangst und Größenwahn

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Burj Khalifa in Dubai ist das höchste Gebäude der Welt. 828 Meter Größenwahn strecken sich aus der Sandwüste ringsum empor und lassen die anderen Wolkenkratzer wie Spielzeuge wirken. Langsam nähere ich mich dem Rand. Zentimeter für Zentimeter. Neben mir schießen Scheichs in langen weißen Gewändern mit ihrem Selfistick Fotos und Kinder rennen umher, auf der Suche nach dem besten Aussichtspunkt. Alle sind eigentlich ganz entspannt da oben. Aber ich merke wie meine Beine langsam zittrig werden. Ja, ich gebe es zu. Ich habe Höhenangst. Was ich dann unbedingt auf dem höchsten Gebäude der Welt mache? Gute Frage. Aber eins nach dem anderen.

Bildschirmfoto 2015-04-25 um 21.32.47

Auf unserem Rückflug von Thailand hatten wir eine Nacht Aufenthalt in Dubai. Ich hatte bereits recherchiert, wie man den Stopover in Dubai am besten überbrücken konnte. Da wir aber nachts in Dubai waren, und nicht tagsüber, fielen die meisten Optionen eigentlich auch schon wieder weg. Unser Plan war also: Ein Hotel schenken wir uns und machen lieber etwas, was wir nicht jeden Tag machen können. Wie zum Beispiel auf das höchste Gebäude der Welt fahren.

Dubai Mall – hier fängt der Größenwahnsinn eigentlich schon an

Die Verbindung vom Flughafen zur Dubai Mall ist ziemlich easy. In 12 Stationen erreicht man die Mall, die direkt an den Burj Khalifa angeschlossen ist.

Wie man das so kennt, ist Dubai ja die Stadt der Superlativen. Und auch die Dubai Mall ist natürlich „die größte Shopping Mall der Welt“. Insgesamt gibt es hier über 500 Geschäfte und knapp 100 Restaurants und Essensstände.

Konsum und Verschwendung reichen sich hier die Hand. Als ich vor der Toilette auf Alejandro warte, beobachte ich den Eisstand gegenüber, wo plötzlich alle Hände in die Luft gehen, die Smartphones gezückt und bereit zur Aufnahme. Achso, natürlich nicht irgendwelche Smartphones. Eigentlich alle (ja, auch Kinder) haben hier das neueste iPhone6, die Goldversion dominiert.

Jetzt will ich aber auch sehen, was da eigentlich los ist. Und klatsch! Knapp 3 Meter neben mir landet eine Kugel Eis auf dem Boden. Großes Gelächter von der iPhone-Fraktion, der Eisverkäufer positioniert sich zum erneuten Wurf. Erst jetzt sehe ich den zweiten Eisverkäufer, der mit einem (natürlich) überdimensionalen Eishörnchen auf der anderen Seite des Ganges, nicht unweit von mir entfernt, wie ein Baseballspieler darauf wartet die ranfliegende Eiskugel zu fangen. Klatsch! Eisverkäufer 1 hat falsch geworfen, die Eiskugel bleibt an der Decke kleben. Die Nächste fängt er und in den 5 Minuten des Zuschauens, dürfte die Eis-wegschmeiß-quote bei 80% liegen. Nicht schlecht für eine Stadt, die eigentlich mitten in der Wüste liegt. Aber man hat’s hier offenbar.

Apropos skurril: Ein paar Meter weiter laufen wir an einem riesigen Aquarium vorbei. Ja, in dieser Mall gibt es ein riesiges Aquarium, mit Haien und Rochen und Glastunnel zum Durchlaufen. Traurig schwimmen die Haie durchs Blitzlichtgewitter. Wir bleiben einen Moment wie gebannt stehen. Alles wirkt einfach wahnsinnig surreal.

DubaMall

Der Versuch eines Panaromas.

SAMSUNG CSC

Dann müssen wir weiter, unsere Tickets für den Burj Khalifa warten am anderen Ende der Mall auf ihre Abholung. Eine halbe Stunde warten wir noch auf den Einlass und gucken uns die Bilder im Souvenirshop an.

Plötzlich wird mir bewusst, dass ich ja irgendwie auch „ein bisschen“ Höhenangst habe. Und was, wenn man da in gläsernen Aufzügen hochfährt?

Nach den paar Stunden in Dubai habe ich das Gefühl, mittlerweile ist in dieser Stadt nichts unmöglich. Ich inspiziere die Postkarten im Souvenirshop. Keine Glasaufzüge zu sehen. „Und wenn doch schließt du einfach die Augen“. OH GOTT.

Um 23 Uhr dürfen wir dann hochfahren. Halb freudig, halb nass vor Angst steigen wir mir zwei Spaniern in den Aufzug. Ich bin viel zu nervös um auch nur daran zu denken, meine Kamera raus zu holen. Der Spanier filmt die eine Minute die der Aufzug an die Spitze schießt.

Irgendwie fühlt man sich ein bisschen wie in Disneyland, mit Countdown, und Gefunkel und Geglitzere an den Aufzugwänden. Der Aufzug ist nicht gläsern. Ich kann aufatmen und das Kribbeln im Bauch genießen, was beim Hochfahren wie automatisch entsteht.

Dann gehen die Türen auf. „Welcome to Burj Khalifa“ begrüßen uns zwei Empfangsdamen und wir laufen aus dem Aufzug, direkt auf die riesige Fensterfront zu.

BurjKhalifa4

BurjKhalifa1

WOW. WOW. UND NOCHMAL WOW.

Die Aussicht ist einfach unbeschreiblich. Vor uns liegt Spielzeug-Dubai mit seinen kleinen Riesen-Wolkenkratzern und strahlt in der Nacht um die Wette. Breite goldene Straßen schlängeln sich zwischen den Wolkenkratzern hindurch. Man sieht nicht mal mehr einzelne Autos, nur noch winzige Lichtpunkte die sich gemeinsam durch die Nacht schieben.

Auch wenn die Höhe zwar eine Herausforderung ist, solange ich nicht zu sehr realisiere wie hoch ich gerade bin geht es eigentlich ganz gut. Wir laufen eine kleine Runde und gehen dann auf die Terasse des Burj Khalifa, hier hat man kein Dach mehr über dem Kopf, nur noch die gläserne Veranda vor sich. Ich bin überrascht, dass mich das nicht völlig in Panik versetzt. Als ich merke, dass zwischen dem Glas jeweils horizontale Aussparungen sind und die Leute ihre Arme und Handys durchstecken und da kleine Kinder rumturnen, wird mir schwarz vor Augen. Selbst beim Erinnern daran wird mir schwindelig. Das ist eine Nummer zu viel für mich und ich setze mich für ein paar Minuten an den Rand um wieder klar zu kommen. Ich konzentriere mich mehr auf die Aussicht und weniger auf die Leute, denen die Höhe offenbar null ausmacht.

Nach einer Zeit kann ich die Aussicht richtig genießen. Es ist ein unglaubliches Erlebnis. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn man kann einfach nicht fassen WIE hoch man gerade ist.

Wir schlendern noch ein wenig rum und testen die Teleskope, die alle paar Meter einmal rings um den Turm gehen. Man kann zwischen 4 verschiedenen Modi wählen und das Treiben entweder live, am Tag oder in der Retrospektive anschauen, wirklich extrem spannend zu sehen, wie die Landschaft vor der Bebauung aussah!

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Tickets kaufen

Geht entweder vor Ort oder online. Die Kasse und der Eingang des Burj Khalifa befinden sich im untersten Geschoss der Dubai Mall. Tickets kosten zwischen 125 und 200 AED. Man sollte Tickets auf jeden Fall besser reservieren, da sie sonst ausverkauft sein könnten.

Besser geht es online, zum Beispiel mit GetyourGuide, hier kostet ein Ticket 37 € pro Person und es ist sehr einfach, sicher und schnell. Einfach den Voucher ausdrucken und am Eingang vorzeigen, übrigens in unserem Fall ganz ohne Anstellen. Mehr Infos findest du hier.

Gecko Footsteps war übrigens auch vor kurzem auf dem Burj Khalifa. Ihren Artikel gibt es hier.

Fazit

Ja, Burj Khalifa ist einfach unglaublich! Ich würde es wirklich jedem empfehlen, der ein paar Stunden in Dubai Aufenthalt hat. Man bekommt einen tollen Überblick über die Wolkenkratzer und einen Eindruck, wie verrückt diese Stadt ist. Nervenkitzel inklusive, und für Menschen mit Höhenangst eine gute Möglichkeit sich seinen Ängsten zumindest für einen Moment zu stellen.

Danke an GetyourGuide, die uns dieses Erlebnis ermöglicht haben.

6 Comments

  • Mischa sagt:

    Hi Anne,

    Adios Höhenangst, oder wie? :) Ich ziehe alle erdenklichen Hüte vor dir, weil du dich das getraut hast. Ich arbeite ja auch sukzessive daran, aus meiner Höhenpanik eine bewältigbare Höhenangst zu machen, aber DAS wäre aktuell noch definitiv ne Nummer zu groß. Glaube ich zumindest.

    Andererseits habe ich auch in einem Anfall von (Höhen-)Wahn behauptet, dass ich mich heuer auf die AlpspiX traue, eine Aussichtsplattform in den Alpen, von der es 1000 Meter runter geht …

    Wie geht es dir jetzt hinterher mit dem Erlebnis? Hat es was Positives bei dir ausgelöst?

    Danke auch noch für die genialen Bilder.

    Liebe Grüße

    Mischa

    • Anne sagt:

      Hey Mischa,
      Also meine Höhenangst ist immer noch so weit kontrollierbar, wenn man in einem geschlossenen Raum ist. Sobald es dann allerings Open-Air ist wird mir ganz anders. Da können noch so viele Absperrungen sein, da geht dann nichts mehr bei mir.
      So war es in Dubai auch. Drinnen war alles cool, aber auf der Terrasse wurde es dann langsam etwas schwierig ;-)
      Es war ein super cooles Erlebnis und ich würde es jeden raten das mal zu machen, die Aussicht ist echt phänomenal!
      Direkt was positives hat es jetzt so bewusst nicht unbedingt ausgelöst, weil die Überwindung auch gar nicht so enorm war. Wäre jetzt was anderes beim Fallschirmspringen oder so ;-) Ich glaube aber, dass ich in den letzten Jahren irgendwie eh mutiger geworden bin, wer weiß, nächstes Jahr gibts ein Bungee-Jumping-Video von mir :D

      Sehen wir uns nächstes Wochenende?
      Liebe Grüße
      Anne

  • Hi Anne,

    danke für den tollen Artikel und die super Fotos. Ich war in meinen 1,5 Tagen Dubai auch in der Mall und auf dem Burj Khalifa. Sollte jeder Dubai Besucher meiner Meinung nach gesehen haben, ist schon sehr beeindruckend. Tickets unbedingt vorab online kaufen, damit spart man viel Geld und auch Zeit!

    Viele Grüße
    Mathias – underwaygs.com

    • Anne sagt:

      Hallo Mathias! Danke für deinen Kommentar!
      Ja, ist schon beeindruckend und sollte man mal gesehen haben, aber ich muss auch ehrlich zugeben, dass es Städte gibt, die mich auf eine natürlichere Art verzaubern ;-) LG

  • Simone sagt:

    WOW. Das sieht ja mal krass aus, aber da habt ihr den Aufenthalt ja gut genutzt. Ich bin da wohl eher ein schlechtes Beispiel, denn ich habe schon voll oft am Flughafen in Dubai abgegammelt. hihi. Vielleicht nächstes Mal, wenn ich mehr Zeit habe.

    <3

  • Julia sagt:

    Hallo Anne,

    ein toller Bericht vom Burj Khalifa! Ich war auch schon ein paar Mal oben. Es ist der Wahnsinn!

    Überhaupt ist Dubai einfach unglaublich. Alles muss immer noch höher, besser, schneller, teurer
    und größer sein. Ich war mehrere Monate dort und habe auch was darüber geschrieben:
    http://globusliebe.com/dubai-ubermorgenland-der-superlative/

    Alles Liebe,
    Julia

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