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10 Gründe warum du Peru lieben wirst

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Als ich 2011 zum ersten Mal nach Peru flog hatte ich eigentlich keine Ahnung was mich erwartet. Peru war sogar gar nicht wirklich bewusst ausgewählt, ich wollte einfach nur nach Südamerika. Durch Zufall habe ich einen Job als Freiwillige bei einer NGO bekommen, sodass ich 6 Monate in Trujillo im Norden von Peru gearbeitet habe. Hätte ich damals schon gewusst was Peru alles zu bieten hat, hätte ich mich bewusst und sofort für Peru entschieden.

Vielleicht hast du schon mitbekommen, dass ich eine ziemlich intensive Verbindung nach Peru habe. ;-) In den letzten drei Jahren war ich genauso viel in Peru wie in Deutschland.Nicht nur das mein Mann und mein Hund aus Peru kommen, ich habe auch in Peru geheiratet und natürlich habe ich mittlerweile eine peruanische Großfamilie am anderen Ende der Welt.

Abgesehen von all den lieben und verrückten Menschen die ich mit Peru verbinde, gibt es aber noch viele andere Gründe sich in Peru zu verlieben. 

Hier meine persönlichen
10 Gründe, warum du Peru lieben wirst:

 

1. Costa, Sierra, Selva – Perus Landschaft ist atemberaubend!

costasierraselva

Peru teilt sich in die drei folgenden Gebiete auf:

Die Küste (Costa) zieht sich logischerweise von Norden nach Süden immer am Pazifik entlang, im Süden noch recht rau wird es Richtung Norden immer tropischer. Vermutlich wirst du deinen Peru-Trip in Lima starten, also an der Küste. Fährst du die Panamericana weiter Richtung Norden, gelangst du zu einigen der beliebtesten Surfspots weltweit. In Chicama erwartet dich sogar die längste Welle der Welt!

Als Sierra wird die Gebirgsregion Perus bezeichnet und ist vermutlich das was du dir unter Peru so vorstellst, wenn du noch nie da warst: Die Anden – hier kann einem schonmal schwindelig werden. Solltest du in die Anden fahren, beschäftige dich vorher unbedingt mit der Höhenkrankheit. Nimm lieber den Bus statt den Flieger um in höher gelegene Städte zu fliegen, so gewöhnt sich der Körper langsamer und Stück für Stück an den unterschiedlichen Luftdruck.

Der Dschungel (Selva) Perus befindet sich im östlichen Teil Perus und ist größtenteils völlig abgeschnitten vom Rest der Welt. Eine echte Erfahrung: Auf einem Frachter 3 Tage über den Amazonas bis nach Iquitos fahren – der größten Stadt, die nicht auf dem Autoweg zu erreichen ist (und eine echte Metropole!).

 

 2. Busfahren in Peru

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© turnerw82 – Flickr

Busfahren in Peru ist einfach genial! Das Land ist verdammt groß – umso geiler ist es sich entspannt in einen der Luxusbusse zu setzen. Es gibt die verschiedensten Busunternehmen, alle die ich kennengelernt habe waren einfach super. Besonders empfehlen kann ich  Cruz del Sur, Línea, Cromotex, Movil Tours, Civa und Excluciva sowie TLC und Ittsa. Alle bieten riesige Fernsehsessel die sich teilweise um 180° nach hinten legen lassen. Außerdem bekommst du eine warme Mahlzeit, Getränke, Kissen und Decke, Wifi, Fernsehen etc.Manche Busse sind sogar mittlerweile so High-Tec das jeder einen eigenen Fernseher am Sitz hat (à la Flugzeug, nur besser!). Der Service ist bei allen Gesellschaften ungefähr gleich, es wird meist unterschieden zwischen Cama (Super-Luxusklasse mit Extraplatz) und Semi-Cama (die Standard-Luxus-Klasse). Ich bin meistens Semi-Cama gefahren, völlig ausreichend und meist ein gutes Stück billiger. Für längere Reisen (16 Stunden…) kann man sich natürlich auch mal was gönnen… Die Tickets kann man spontan kaufen, meist reicht am selben Tag. Preise liegen bei 8 Stunden Fahrt bei ca 60 Soles (15 €). Reisen bei Nacht finde ich in Peru sehr unproblematisch, wenn nicht sogar besser. Vor ein paar Jahren soll es wesentlich unsicherer gewesen sein. Die Busse sind alle mit GPS ausgestattet, welches Signale an die Zentrale sendet. Ich bin bisher immer mit Nachtbussen gefahren und würde es auch weiterempfehlen.

 

 

3. Peru ist ein Backpacker-Land

 

Und hat eben auch genau diese Vorzüge. In den touristischen Städten kommst du mit englisch ziemlich weit, hast meistens Wifi in Restaurants und Cafés, internationale Hostels und viele Traveller die man unterwegs kennenlernt. Wenn du auf all das keine Lust hast, musst du Städte wie Lima, Cusco, Trujillo oder Arequipa trotzdem nicht meiden, sondern einfach nur in kleinen, peruanischen Hostels schlafen. Diese sind meist eh viel billiger, persönlicher und herzlicher.

 

 

 

4. Menú del Día

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© saboraselva – Flickr

Die Peruaner sind ziemlich stolz wenn es um ihr Essen geht. Und: Essen ist wahnsinnig wichtig in Peru. Ein „einfaches“ Mittagessen gibt es da eigentlich nicht, es muss mindestens aus Vor-und Hauptspeise bestehen, meist gibt es auch noch einen Nachtisch dazu. Peruanische Restaurants bieten in der Mittagszeit das sogenannte Menú del Día an, ein Mittagsmenü das aus 2 oder mehr Gängen besteht und zwischen 5 und 10 Soles (1-3 €) kostet (je nach Restaurant auch etwas mehr). Hierbei kann man aus verschiedenen Speisen wählen und bekommt auch noch ein Getränk dazu.Vegetarier (so wie ich) haben es eher schwer in Peru. Explizite vegetarische Gerichte gibt es so gut wie nicht. Allerdings sind die meisten Köche so nett und bereiten einem auf Anfrage etwas Vegetarisches zu, zum Beispiel Tortilla de verduras (Gemüseomelette mit Reis) oder Arroz a la cubana (Reis mit frittierten Kochbananen und Spiegelei). Veganer sind eine nicht vorhandene oder bekannte Spezies in Peru. ;-)

 

5. Straßenstände mit Essen und Säften

Wo wir grade beim Essen sind: Wer auf frischgepressten Saft steht (und wer tut das bitte nicht?!) sollte unbedingt auf einen peruanischen Markt gehen und für ca. 1,50 S./ ( ca 40 Cent) einen „Jugo  mixto“ (den besten Saft den man sich vorstellen kann) trinken. Markt- und Straßenstände bieten einem sowieso alles was man nur möchte (vor allem viel Frittiertes und Zuckriges). Unbedingt probieren: Humitas (in Maisblätter eingepackte Maisküchlein mit Käse), Churros (frittierter Teig mit viel Zucker drum), Chocho (Hülsenfrüchte mit einer scharfen Soße und Koriander die man aus einer kleinen Tüte futtert), Papa relleña (gefüllte Kartoffel mit Käse und Oliven) und für die Fleischfresser-Fraktion: Anticuchos (kleine Fleischspieße, frisch vom Grill).

 

6. Pisco Sour

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©Lindblom – Flickr

DAS Nationalgetränk Perus. Pisco ist ein Traubenschnaps, der auch Pur sehr lecker ist (aber ziemlich reinhaut). Pisco Sour ist ein Cocktail, meist bekommt man 2 für 10 S./ (2,50€). Bei der Rückreise unbedingt eine Flasche mit in den Koffer packen, Pisco bekommt man in Deutschland nicht so einfach im Supermarkt.
Hier das ultimative Pisco-Sour Rezept, natürlich mehrfach selbst getestet:

Pisco Sour für 8 Personen:
2 Gläser Pisco
1 Glas weißer Zucker
2 Eiweiße

Saft von 4 Limetten
1 Tasse crushed Ice

Alles mixen (im Standmixer), auf die Gläser aufteilen, mit Zimt bestreuen und sofort servieren. Salud!

 


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7. Du bist NIE alleine

Es ist eigentlich absolut unmöglich alleine zu sein in Peru. Egal ob du Bus fährst, am Strand sitzt oder einfach nur über die Straße läufst, irgendjemand fängt immer ein Gespräch mit dir an. Und ich meine nicht nur Macker die dich anmachen, sondern es kann schnell mal passieren das dich eine Oma zu sich zum Kuchen essen einlädt (alles schon passiert ;-)). Peruaner sind unheimlich freundliche, hilfsbereite Menschen, man muss seine deutsche Mentalität da versuchen unbedingt zu unterdrücken und darf sich nicht immer fragen warum die jetzt nett zu einem sind. Die sind einfach so. Punkt. ;-)

 

8. Surfen an der Nordküste

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Peru hat die längste Welle der Welt im kleinen Dorf Chicama. Surfer aus aller Welt pilgern in den Norden Perus um die Wellen zu reiten.
Auch Huanchaco (ich habe 2 Jahre dort gelebt) bietet geile Wellen und jede Menge Surfschulen, wo du surfen lernen kannst. Es finden außerdem regelmäßig Meisterschaften und Contests statt, es gibt also immer was zu gucken, auch für die, die selbst nicht ins Wasser wollen. 

 

9. Berge, Berge und noch mehr Berge

… und Koka-Blätter um in der Höhe nicht zusammen zu klappen.
Absolute Favorites was Andenstädte angeht: Huaraz, Cuzco und Arequipa. Jede Stadt hat seine eigenen Attraktionen und rund rum eine geniale Bergkulisse mit Millionen Möglichkeiten für geile Touren. Unbedingt Kokatee trinken oder Blätter kauen, ansonsten erträgt man die Höhe (zumindest am Anfang) nicht.

 

10. Ruinen

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Wo wir grade bei Bergen sind: Machu Picchu – die alte Inka-Stadt und DIE Attraktion Perus. Machu Picchu ist tatsächlich so magisch wie dir alle einreden. Es ist sogar noch viel besser. Man kann es nicht beschreiben, man muss es einfach sehen, am besten direkt morgens um 6 Uhr, noch bevor die Sonne aufgeht und wenn die Nebelwolken zwischen den Bergen nach oben steigen. Aber Machu Picchu ist nur eine von vielen Ruinen die du sehen solltest. Kueláp in Chachapoyas ist fast genauso cool und viel untouristischer als Machu Picchu im Süden. Außerdem sehenswert: Die Sonnen- und Mondtempel in Trujillo und die Lehmstadt Chan Chan.

 

Fazit:

Peru ist schwer auf 10 Punkte runder zu brechen sondern total unterschiedlich und teilweise extrem, in jeder Hinsicht. Die Armut habe ich beispielsweise bei meinem ersten Besuch unterschätzt und war am Anfang ziemlich schockiert.

Allerdings ist Peru wahnsinnig schön (nicht nur landschaftlich) und zu Recht bin ich dort 2 Jahre „hängen geblieben“.

Ich bin in Peru viel gereist und kann sagen, dass das die bisher beste Zeit meines Lebens war.

 

Warum liebst du Peru und was fehlt in meiner Liste?

10 Comments

  • Oli sagt:

    Eine sehr schöne Zusammenstellung. Seit ich vor 15 Jahren in Peru meine Backpacker-Karriere begann, hat sich scheinbar einiges verändert. Als ich dort war, erlebte ich das Land als nicht so entspannt. Überall redete man noch vom „Leuchtenden Pfad“, jener Organisation, welche die Bevölkerung terroristierte. Dafür habe ich Fotos von Machu Picchu ohne Touristen.. :)

    • Anne sagt:

      Vom „Leuchtenden Pfad“ ist zum Glück gar nichts mehr zu spüren. Durch meine peruanische Family habe ich aber gehört, dass es ’ne heftige Zeit war.
      … und ein Machu Picchu Bild komplett ohne Touristen zu haben ist natürlich heutzutage fast ’ne Rarität! ;-) Wenn man allerdings morgens um halb 5 direkt als erster am Kassenhäusschen steht und den Weg hochläuft (statt zu einer späteren Uhrzeit die ersten Busse zu nehmen) hat man die Chance auf einen Sonnenaufgang am Machu Picchu (fast) ohne andere Touristen. Wirklich „mágico“! ;-)

  • Don Lucho sagt:

    Hallo Anne, deine Seite gefällt mir ausgesprochen gut. Was du beschreibst deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen und Eindrücken. Bis März 2013 habe ich (wir) fünf Jahre in Lima gelebt und in vielen Regionen des Landes Projekte als Beitrag zur Armutsminderung initiiert – habe also Perú ziemlich gut kennen gelernt, wenn auch nicht als Backpacker.
    Leider stimmt es nicht so ganz, dass vom Sendero Luminoso nichts mehr zu „spüren“ ist, um in deinen Worten zu bleiben. In der Gegend um Chancha Mayo und Tingo María gibt es ihn (wieder) und er ist durchaus wahrnehmbar. Der Leuchtende Pfad war nie politisch (das haben sie nur von sich selber behauptet) und ist – früher wie heute – eine Verbrecherorganisation. Der Terror ist nicht mehr so spektakulär wie früher (die Armee zu dem Zeitpunkt in weiten Teilen auch nicht viel besser), heute sind sie hauptsächlich im Drogengeschäft tätig. Das Phänomen ‚Sendero Luminoso‘ ( für viele Menschen, nicht nur in Ayachucho, immer noch ein Trauma), taucht als Meldung durchaus auf, etwa im EL Comerció.

    Das sollte jetzt aber aber kein politisches Statement werden, ich kann mich deiner Meinung nur anschließen. wenn du schreibst, das **Perú** ein schönes Land mit freundlichen Menschen ist. Wir, meine Frau und ich, haben uns da sehr wohl gefühlt und vermissen unsere Freunde in Lima und anderenorts, Miraflores, Barranco, Chorillos (da haben wir gewohnt) – überhaupt das Land. Deshalb habe ich besonders gern deine Meinung und die Beschreibungen gelesen. ¡Bien hecho!

    • Anne sagt:

      Hola Don Lucho ;-)
      Danke für deinen ausführlichen Kommentar. Ich wollte den Sendero Luminoso damit auch nicht entkräftigen. Und gerade in Regionen wie Tingo María oder auch Ayacucho, wo der Sendero Luminoso ja quasi geboren wurde, und der Tourismus heute weniger stark ausgeprägt ist als zum Beispiel an der Nordküste oder in der Region um Cusco, kann ich mir auch gut vorstellen, dass man davon immer noch etwas merkt. Dennoch muss man ja deutlich betonen, dass die heißen Zeiten absolut vorbei sind. Meine Familie in Peru erzählt manchmal von der damaligen Zeit (sie sind damals von Mendoza nach Lima gezogen und haben dann in Lima gewohnt). Damals ist regelmäßig der komplette Strom weg gewesen, ganze Viertel waren dunkel und dann gingen plötzlich in allen Ecken die Autobomben hoch. Das ist natürlich so heute überhaupt nicht mehr denkbar.
      Ich freue mich, dass dir mein Blog gut gefällt. Es wird demnächst noch viele weitere Stories über Peru geben. Nicht ganu unschuldig sind daran wohl vor allem auch mein Mann und mein peruanischer Hund und letztlich die ganze peruanische Familie die wir immer wieder besuchen werden.
      Ich freue mich, dass solche Peru-Experten wie du die eine große Zeit ihres Lebens in Peru verbracht haben, so tolle Kommentare auf meinem Blog schreiben.
      Schau doch mal wieder vorbei! Saludos desde Berlín!

  • Katharina sagt:

    Hi Anne,

    wir zwei haben so einiges gemeinsam! Ich habe schon zwei Weltreisen hinter mir, bei der letzten bin ich in Peru hängen geblieben und habe meinen Mann kennen gelernt. Wir haben in Peru geheiratet und lebten dort 1 Jahr mit unseren 4 Hunden. Seit 3 Monaten sind wir in meiner Heimat in Österreich. Ich liebe Peru, vermisse meine herzliche neue Großfamilie dort und natürlich das leckere Essen aus Peru! Mein Bericht über Peru hört sich so ähnlich an wie deiner ;) Te mando muchos saludos!
    Viva Perú :)

    • Anne sagt:

      Hey Katharina! Haha, ich glaube von unserer Spezies gibt es noch ein paar ;-)
      Wo habt ihr denn gelebt? Und habt ihr Pläne wieder zurück zu gehen?
      Saludos :)

  • Katharina sagt:

    Hey :)
    Wir lebten in Huacachina-Ica! Ja wir gehen sicher mal wieder zurück! :)
    Alles Gute für euch!

  • Michelle sagt:

    Hallo Anne
    Oh Peru! Das stand im Herbst 2014 auf meinem Plan. Leider hab ich’s dann doch nicht geschafft (Die Flughafengebühren von Lima sind einfach unverschämt).

    Dafür bin ich nach Patagonien geflogen, was sicher ein guter Kompromiss war.

    Durch das Sonnentor zum Machu Picchu schreiten, steht aber definitiv noch auf meiner Bucketlist.

    Liebe Grüsse
    Michelle

    • Anne sagt:

      Ich konnte mich grade gar nicht mehr an Flughafengebühren erinnern. Darum hab ich mal schnell gegoogelt. Sind doch nur knapp 30 $ bei Ausreise. Ist doch nicht die Welt. In vielen anderen Ländern zahlst du das halt als Visagebühr….

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